Lozärner Usdröck «Gschmuuch»

Was für ein schönes Wort, für etwas, das einem nicht ganz geheuer ist. Verwandt ist auch der Ausdruck «schmüchele» – etwa dann, wenn sich ein Kind an seine Eltern schmiegt.

Simon Mathis
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«Da wird mer ganz gschmuuch!» Wer das sagt, dem ist unwohl zumute. Vielleicht geht er durch einen Wald und erblickt überall verzerrte Schatten, vielleicht ist er zu Hause und vernimmt mysteriöse Schreie.

Eine Leserin aus Hitzkirch übersetzt das Adjektiv gschmuuch mit «ungeheuerlich». Das Mundartwörterbuch Idiotikon verortet den Begriff unter anderem in der Stadt Luzern. Das Wort beschreibe körperliches Übelbefinden.

Gschmuuch ist verwandt mit dem Verb «schmüchele». Wer schmüchelet, versteckt sich unter der Bettdecke und schmiegt sich je nach dem an jemanden an. Als «Schmauch» bezeichnete man denn auch ein Kind, das sich an seine Eltern schmiegt. Ein Schmauch konnte zudem ein stiller Mensch sein, der ein Geheimnis in sich birgt. Laut Idiotikon verwies das Adjektiv «muuch» auf verschlossene Personen in gedrückter Stimmung. Jacob und Wilhelm Grimm kennen noch das deutsche Verb «schmauchen»: Wer schmaucht, schleicht als heimtückischer Geselle durch die Welt.

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