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Lozärner Usdröck: «Gusle und Güsu»

Wer «guslet», zappelt und stochert aufgeregt herum. Unwirsches Wetter lässt sich mit dem Wort ebenfalls beschreiben. Das Verb ist nicht nur verwandt mit dem «Güsu», sondern auch mit einer bekannten isländischen Fontäne.
Simon Mathis

Wenn es «guslet», flüchtet man lieber in die warme Stube; dann regnet und schneit es nämlich wild durcheinander. Aber nicht nur das Wetter, auch Personen können guslen. In diesem Fall kann das Verb gleich mehrere Bedeutungen annehmen: etwa zappeln, schäkern, beflissen arbeiten, in etwas herumstöbern, -stochern oder -rühren.

Ähnlich wie bei «nodere» scheint die Anwendung von gusle also schier unbegrenzt zu sein. Flüssigkeiten durchmischen, Tabak zerstreuen, Geld verschwenden und von einem Thema zum nächsten springen – all das und viel mehr lässt sich mit dem Wort ausdrücken. Auch in der Reuss lässt sich vorzüglich gusle, wie die Ebikoner «Guggemusig Rüssgusler» bezeugt.

Gemeinsamer Nenner ist das Wirrwarr. Das Verb guseln ist denn auch mit dem Substantiv «Güsu» oder «Güsel» (Abfall) verwandt. Güsel war früher die plastische Entsprechung des abstrakten «Gusel» (Aufregung und Eile). Die Wurzel der beiden Wörter liegt laut Mundartwörterbuch Idiotikon wohl im vergessenen Verb «giesen», das so viel wie brausend hervorbrechen heisst. Aus ihm ist auch der isländische, sprudelnde Geysir entstanden. Womit wir wieder beim nassen Wetter angelangt wären.

Hinweis: Kennen Sie typische «Lozärner Usdröck»? Schicken Sie Ihre Vorschläge an folgende E-Mail-Adresse: dialekt@luzernerzeitung.ch
Das Schweizerdeutsche Online-Wörterbuch: www.idiotikon.ch

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