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Lozärner Usdröck: «Höbschlig»

Wer etwas «höbschlig» erledigt, sieht dabei zwar nicht blendend aus – er verfährt aber immerhin gesittet und behutsam. Das Wort hat denn auch einen adeligen Ursprung.
Simon Mathis

«Gömmer höbschlig is Bett?» Mit diesen Worten erinnerte die Grossmutter einer Leserin zuweilen daran, dass die Schlafenszeit nahte. Als Kind verwirrte sie die Frage. Wie geht man denn «hübsch» ins Bett? Mit Ästhetik hat das Adverb «höbschlig» oder «höbscheli» allerdings nur am Rande etwas zu tun. Wer etwas «höbschlig» tut, tut es leise, sachte und langsam. Das Wort taucht im Entlebucher Mundartwörterbuch von Josef Röösli-Balmer auf, ist aber auch andernorts bekannt.

Der Schriftsteller Jeremias Gotthelf hat den Begriff in der Nationalliteratur verewigt. In «Uli der Knecht» (1841) ermahnt der Bauer seinen Knecht Uli mit dem Ausruf «Nume hübscheli!» zur Ruhe. Das Adverb «höbschlig» (hochdeutsch: «hübschlich») ist vom bekannten Adjektiv «hübsch» abgeleitet. Es bedeutet so viel wie «artig», «fein» und «gesittet». Das ist kein Wunder: Der Ursprung von «hübsch» liegt nämlich im mittelhochdeutschen «hövesch» («höfisch»).

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