Lozärner Usdröck: «Höische»

Das Wort wird vor allem von älteren Personen noch häufig ausgesprochen. Es ist nicht nur im Kanton Luzern geläufig.

Christian Glaus
Drucken
Teilen

Es gehört zu den meistgenannten Vorschlägen unserer Leserinnen und Leser: das Wort «höische». Eigentlich überraschend, denn typisch luzernerisch ist es nur insofern, als dass es hier ebenso geläufig ist wie sonst überall auch. Gemäss dem Idiotikon wird das Wort nämlich in der ganzen deutschen Schweiz verwendet, nur die Aussprache unterscheidet sich. Je nach Region sagt man «heische», «höische» oder «höösche». «Höische» kann man fast alles, meistens aber Geld oder Waren. Das Wort steht für fordern, verlangen, erbitten.

Aus dem Kanton Luzern ist im Idiotikon der Spruch überliefert: «I gib der nüüd und höisch der nüüd». Aus anderen Gegenden gibt es Varianten davon, die lauten «I gibe nüüd und gäre nüüd» (Kanton Zürich) oder «I gibe-n-i nüüd und wöische-n-i nüüd» (weit verbreitet). Das sind alles barsche Abfertigungen, die soviel heissen als: Ich will mit dir nichts zu tun haben!

Auch heute sagen noch viele «höische», wobei es sich meist um ältere Semester handelt. Das Wort wird mehr oder weniger wertungsfrei verwendet. «Höische» tut jeder, ohne sich als Bettler zu fühlen. Früher war das gerade anders: Bettler wollten für ihr Treiben nicht das Wort «bättle» gelten lassen. Sie stellten sich auf den Standpunkt, dass sie ja nur «höische». (cgl)

Hinweis: Kennen Sie typische «Lozärner Usdröck»? Schicken Sie Ihre Vorschläge an folgende E-Mail-Adresse: dialekt@luzernerzeitung.ch;

Das Schweizerdeutsche Online-Wörterbuch: www.idiotikon.ch