Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Lozärner Usdröck: «Höiu»

Der «Nachthöiu» ist eine Dialekt-Variante der Eule. Davon abgeleitet kennt man den «Höiu» auch als Begriff für eine ungepflegte Frisur – besonders für Frauen ein wenig schmeichelhafter Ausdruck.
Simon Mathis

Bald wird die Nacht eine Stunde kürzer. Das freut nicht alle – besonders nicht die Tiere, die in der Dunkelheit unterwegs sind. So etwa der «Nachthöiu». Es handelt sich dabei um eine dialektale Variante der Eule, die uns ein Leser zugeschickt hat. Sie war vor allem im Luzerner Hinterland und in Bern verbreitet. Der «Höiu» ist eine Variante des veralteten Wortes «Üwel» oder «Hüwel», das sich zu «Euel» und schliesslich zur weiblichen «Eule» entwickelte. Die mittelhochdeutsche Form ist «iuwel». Das verrät ein Blick ins Schweizerdeutsche Wörterbuch Idiotikon.

Unser Leser kennt den «Höiu» auch als ungepflegte Frisur. Diese Bezeichnung ist direkt von der ersten abgeleitet. In Anlehnung an das dichte Federkleid der Eule nannte man Personen mit wirren Haaren früher «Üwel». Besonders Frauen mit offenem, zerzaustem Haar wurden mit diesem Wort getadelt. Das Idiotikon berichtet etwa vom Spottnamen «Üwel-Anni».

Das heute noch bestens bekannte Verb «heulen» gehört ebenfalls in diese Wortfamilie. Früher hiess es noch «hüwelen»; schreien wie eine Eule.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.