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Lozärner Usdröck: «Höute und chiere»

Schief, quer, «verchieret» und «abhöutig»: Wenn etwas nicht ganz so ist, wie es sein sollte, dann beschreiben Dialektwörter dies treffend.
Simon Mathis

In unserem heutigen Eintrag geht’s schräg zu und her. Oder besser: «Es höutet.» Wenn das passiert, ist Vorsicht geboten; dann geht es nämlich bergab, nicht selten steil. Auch schief gestellte Gegenstände, etwa Bäume oder Pfosten, können höuten. «Abhöutig» dagegen sind vor allem Hänge oder Wege. Das Wort ist abgeleitet vom Adjektiv «haldig», wie Josef Zihlmann in seinem Buch «Mund-Art: Die Sprache der Luzerner Hinterländer» erklärt. Ursprung des Wortes ist also die Halde, der Bergabhang.

Ein ebenfalls im Luzernischen bekanntes Synonym ist «chiere». Hier liegt die Betonung weniger auf dem Steilen, sondern eher auf dem Krummen und Schiefen. Laut Mundartwörterbuch Idiotikon können etwa Lineale, Gebäude oder Wagen chiere. Das legt nahe, dass chiere auch einen Defekt bezeichnet; wenn etwas chieret, funktioniert es nicht mehr richtig.

So weist auch das Partizip «verchieret» darauf hin, dass etwas nicht stimmt. Vor allem Kleidungsstücke können verchieret sein; dann sind sie zerknautscht, zerknittert oder falsch herum getragen. Der Ursprung von chiere ist laut Idiotikon nicht ganz klar. Eine Verwandtschaft zu «quer» oder «kehren» ist denkbar, aber nicht belegt.

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