Lozärner Usdröck: «Jo no so de!»

Wer «Jo no so de!» sagt, ist eher resigniert, fügt sich pflichtbewusst seinem Schicksal, allerdings aus einer gewissen Ruhe, Distanz und Würde heraus.

Simon Mathis
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Es sind vier Silben, die sich harmonisch und klangvoll ineinander fügen: «Jo no so de!» Ein Leser aus Horw hat uns diese Redensart zugesendet, die häufig von einem leisen Seufzer begleitet wird. Seine treffende Deutung: «Dann ist es halt so.»

Wer «Jo no so de!» sagt, ist eher resigniert, fügt sich pflichtbewusst seinem Schicksal, allerdings aus einer gewissen Ruhe, Distanz und Würde heraus. Die aufmüpfigen Varianten wie «Was soll’s!» und «Wie auch immer!» werden den Silben nicht gerecht, sie sind zu heissblütig. Dann schon eher die anpackenden Wörtchen «Also!» oder «Item!», obwohl diese wiederum fast zu viel Optimismus versprühen.

Ausruf nach Jesus benannt

«Jo no», «jä nu» oder im Deutschen veraltet «je nun» heisst so viel wie «na egal» oder «na ja». Die Interjektion «Je!» drückt dabei Bedauern aus wie bei «oh je!». Die Herkunft von «je» liegt bei niemand Geringerem als Jesus. So ist auch das erschreckte «Jesses!» eine Abwandlung dieses Namens. Aber beim blossen Bedauern bleibt es nicht, das «so de» im Sinne von «sodann», «dann» oder «danach» kündigt bereits das Handeln an. «Jo no so de!» steht also zwischen der Klage und dem Tatendrang: Man macht weiter, auch wenn es halt unschön ist.