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Lozärner Usdröck: «Määs»

Warum sagt man eigentlich «Määs» zur Lozärner Määs, die zurzeit wieder auf dem Inseli stattfindet? Denn wer am Sonntag «z'Chele» geht, spricht bekanntlich von der Mäss – und bei beidem geht's ja um die Messe.

Simon Mathis
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Eröffnung der Määs auf dem Inseli in Luzern. (Bild: Eveline Beerkircher, Luzern, 5. Oktober 2019)

Eröffnung der Määs auf dem Inseli in Luzern. (Bild: Eveline Beerkircher, Luzern, 5. Oktober 2019)

«Jahrmarkt», «Kirmes» oder «Rummel» – das geht alles gar nicht. Wenn’s zurzeit in Luzern wieder bunt zu und her geht, heisst es «Määs».

Ursprünglich bezeichnete man damit die katholische Messe, genauer die Feier des Kreuzopfer Jesus. Laut Duden-Herkunftswörterbuch ist das Wort Messe vom Kirchenlateinischen «missa» entlehnt, das so viel wie «liturgische Opferfeier» bedeutet.

Mit der Zeit dehnte sich die Bedeutung aus: So konnte die Messe ganz allgemein auf einen kirchlichen Festtag verweisen, an dem oft auch ein grosser Jahrmarkt stattfand. In der Stadt Luzern war das vor allem bei der Feier des Hofkirchen-Patrons St. Leodegar am 2. Oktober der Fall. Auf diese bezieht sich die «Lozärner Määs» noch heute. Die Luzerner Frühlingsmesse begann jeweils am 3. Mai, dem Fest der Kreuzauffindung durch die Heilige Helena – Mutter des römischen Kaisers Konstantin.

Von der Mäss zur Määs

Als neben der liturgischen Messe eine Handelsmesse entstand, wurde das Wort in Luzern und Zürich laut Mundartwörterbuch Idiotikon dann auch anders ausgesprochen – also «Määs» statt «Mäss». In Basel dagegen blieb es bei der «Herbstmäss». Es gibt übrigens nicht nur die Määs, sondern auch das Määs (das Mass). Dieses haben Personen, die über das Gefühl für die richtige Menge oder Grösse verfügen.

Hinweis: Kennen Sie typische «Lozärner Usdröck»? Schicken Sie Ihre Vorschläge an dialekt@luzernerzeitung.ch. Das Schweizerdeutsche Online-Wörterbuch ist unter www.idiotikon.ch zu finden.

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Frage 1 / 7

Wie viele Fahrchips gibt es beim traditionellen Eröffnungschlapf zu gewinnen?

700
350
500

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