Lozärner Usdröck: «Montere»

Zum Schaufenster sagte man in der Luzerner Landschaft oft auch «Montere». Ein Wort, das bei einem Leser Erinnerungen an eine bescheidenere Weihnachtszeit weckt.

Simon Mathis
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Ein Leser aus Horw schlägt uns einen Begriff vor, der in den 1950er-Jahren in der Luzerner Landschaft weit verbreitet war: die «Montere». Damit gemeint sei ein Schaufenster, insbesondere von damaligen Tante-Emma-Läden, also kleinen Einzelhandelsgeschäften.

Der Leser erzählt: «Die Montere lockten – hauptsächlich während der Adventszeit – die Kinder in Scharen zu sich, wo sie die ausgestellten Spielsachen, Engelchen und Samichläusli bestaunen konnten, indem sie ihre Nasen an den kalten Scheiben flach drückten.» Er fügt an, dass die Spielsachen in den Montere bei den heutigen Kindern «wohl nur noch ein müdes Lächeln oder ein leichtes Achselzucken hervorrufen würden». Trotzdem seien die Zeiten, in denen «die Wünsche und Träume der Kinder noch wirklich bescheiden waren», wunderschön gewesen.

Lehnwort aus dem Französischen

Eine weitere Leserin kennt den Ausdruck vom ehemaligen Kolonialwarenladen ihres Vaters. Auch dieser habe das Schaufenster eine Montere genannt. Die Herkunft des Begriffs liegt im französischen Verb «montrer» in der Bedeutung «jemandem etwas zeigen». Das ist unter anderem der Abhandlung «Das Lehnwort in der Luzerner Mundart» (1900) des Luzerner Sprachwissenschaftlers Renward Brandstetter und dem «Soorser Wöörterbüechli» von Claudio Hüppi zu entnehmen. Das Wort ist allerdings nicht nur in Luzern, sondern auch in Bern, Basel und im Aargau bekannt.

Hinweis: Kennen Sie typische «Lozärner Usdröck»? Schicken Sie Ihre Vorschläge an dialekt@luzernerzeitung.ch. Das Schweizerdeutsche Online-Wörterbuch: www.idiotikon.ch

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