Lozärner Usdröck: «Nächti»

Heute mag man es offenbar lieber umständlich als einfach. Wie sonst ist zu erklären, dass das praktische Wort «nächti» aus unserem Wortschatz verschwindet?

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«Nächti» hat sich lange in unserem Wortschatz gehalten, doch inzwischen ist der Ausdruck nahezu verschwunden. Dabei handelt es sich um ein praktisches Wort: Mit «nächti» ist gestern Abend gemeint. Das Wort stammt aus dem Althochdeutschen, wird also seit über tausend Jahren verwendet. Insbesondere im Luzerndeutschen war «nächti» weit verbreitet. Es gibt auch weniger verbreitete Varianten wie «nächte», «nächt» oder «nächtig».

Das Wort kommt in vielen Liedern und Sprüchen vor. Eines dieser Lieder: «Anneli, wo bisch nächti gsi? Hinderem Huus im Gäärtli!» Dieses Lied wird heute vielfach gesungen als «Anneli, wo bisch geschter gsi?». Mit «nächti» verwandt ist das ebenfalls veraltende Wort «hinacht» oder «henecht». Meist steht dieser Begriff für heute Nacht. In einigen Orten kann er sich aber auch auf die vergangene Nacht beziehen. (cgl)

Hinweis: Kennen Sie typische «Lozärner Usdröck», die in Vergessenheit geraten sind? Wir sammeln die Wörter und erklären sie. Vorschläge können Sie direkt per Mail einschicken: dialekt@luzernerzeitung.ch

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