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Lozärner Usdröck: «Ploderi»

Wer mit diesem Ausdruck bezeichnet wird, könnte sich folgende Redewendung zu Herzen nehmen: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Christian Glaus

Viel schöner kann man jemanden, der viel redet und doch nichts sagt, nicht beschreiben: Er ist ein «Ploderi». Bildlich gesprochen einer, der Wortblasen heraus lässt, gefüllt mit warmer Luft. «Ploderi» ist vom Verb «plodere» abgeleitet, das im Idiotikon sechs verschiedene Bedeutungen hat, darunter Blasen werfen, sich aufplustern, oder rumpeln (im Bauch). Erst an sechster Stelle folgt die Erläuterung der von uns gesuchten Bedeutung «verächtlich für reden, schwatzen, plappern, von wortreichem, leerem, prahlerischem Geschwätz, auch plaudern». Natürlich ist plaudern nichts anderes als eine hochdeutsche Verwandte von «plodere».

Typisch luzernisch sind «Ploderi» und «plodere» aber nicht, beide Wörter kommen weit herum im Schweizerdeutschen und darüber hinaus vor. In der Ostschweiz gibt es auch das dazugehörige Substantiv «Ploder» (m.), Pl. «Plöder», was soviel heisst wie «leicht platzende Blase». An den meisten Orten sagt man so einer Blase aber «Blootere», auch dieses Wort geht auf die indogermanischen Verbwurzel *bhlē- (blähen, blasen) zurück.

Hinweis: Kennen Sie typische «Lozärner Usdröck»? Schicken Sie Ihre Vorschläge an folgende E-Mail-Adresse: dialekt@luzernerzeitung.ch.

Das Schweizerdeutsche Online-Wörterbuch: www.idiotikon.ch

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