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Lozärner Usdröck: «Schnäderfrääs»

Der «Schnäderfrääs» hat ein wählerisches Wesen. Zu Tisch ist er oft unzufrieden, da er nur das isst, was ihm gänzlich schmeckt – und das ist wenig.
Simon Mathis

Nirgendwo ist der Dialekt blumiger als beim Bezeichnen von menschlichen Charakterzügen. Das bezeugt unser heutiger Begriff sehr gut. Der «Schnäderfrääs» oder «Gschnäderfrääs» ist im Luzernischen heimisch, aber nicht nur. Schnäderfrääse sind heikle Gäste; zu Tisch sind sie äusserst wählerisch und daher oft unzufrieden mit dem Gebotenen. Sie essen nämlich nur das, was ihnen vollumfänglich schmeckt – und das ist in der Regel wenig.

Der Begriff ist das Gegenteil des Adjektivs «g’frääs» oder «gefrässig», das anspruchslose Personen mit einem guten Appetit bezeichnet. Statt schnäderfrääsig könnte man also sinngemäss auch «ungefrässig» sagen, aber das klingt selbstverständlich nur halb so schön. Die ursprüngliche Form des Wortes lautet eigentlich «Schmäderfräss» mit einem M. Das Verb «schmädere» bedeutet dabei so viel wie langsam essen. Das heute geläufigere Präfix «schnäder-» wurde wohl später vom Verb «schnausen» (naschen) oder «schnöigge» (schnüffeln) abgeleitet.

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