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Lozärner Usdröck: «Schnetz ond Häppere»

Mit diesem Begriff ist ein Luzerner Traditionsgericht gemeint. Spannend ist vor allem das Wort «Häppere», das heute dem «Härdöpfel» weichen muss - obwohl damit wahrscheinlich nicht die gleiche Kartoffelsorte gemeint ist.

Es ist ein Ausdruck, der ins Wörter- und ins Kochbuch passt: «Schnetz ond Häppere». Der «Schnetz» (Hochdeutsch Schnitz) ist ein altbekannter Begriff, den der Duden etwas überheblich «landschaftlich» nennt. Gemeint sind hier «Öpfel-» und «Bireschnetz». Und die «Häppere»? Was nach Krach und Chaos tönt, ist nichts anderes als die Kartoffel. Das Wort wird in dieser Form in den Kantonen Luzern und Freiburg verwendet. Schon vor 80 Jahren stellte man fest, dass «Häppere» zunehmend vom jüngeren «Härdöpfel» verdrängt wird. Heute hört man das alte Wort bei uns kaum mehr.

Im deutschen Sprachgebiet erlangte die Kartoffel erst im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert Verbreitung als Nahrungsmittel. In der Folge entstanden Wörter, um dieses benennen zu können. Während sich «Härdöpfel» aus den Wörtern Erde (Härd) und Apfel zusammensetzt, besteht «Häppere» aus Erde und Birne. Möglicherweise sind die unterschiedlichen Bezeichnungen auf verschiedene Kartoffelsorten zurückzuführen. Mit «Häppere» könnten ursprünglich birnenförmige Süsskartoffeln gemeint gewesen sein.

Rezept mit Kartoffeln und Äpfeln

Das Gericht hat übrigens nicht nur im Kanton Luzern Tradition. Im Aargau ist es bekannt unter dem Namen «Schnitz und Drunder», in Uri sagt man wunderbar bildlich «Biräschtunggis». Klar, dass das Rezept je nach Region stark variiert. Das Gericht war vor allem in Bergkantonen beliebt: Da kochte man mit dem, was verfüg- und haltbar war. Eine Leserin hat uns folgenden Rezept zugestellt, das auf Birnen verzichtet.

- 500 Gramm Kartoffeln kochen, dann schälen und in Scheiben schneiden.

- 1 Kilo Äpfel schälen, ihre Kerne entfernen und ebenfalls scheibeln.

- Die Kartoffeln in eine mit Butter bestrichene Auflaufform legen.

- Eine grosse Zwiebel hacken und Butter anziehen lassen.

- Die Kartoffeln mit einer Hälfte der Zwiebelstücke bestreuen. Salz, Pfeffer und Majoran darüber geben.

- Die Äpfel dazu geben, danach Butterflocken und Zitronensaft, schliesslich den Rest der Zwiebelstücke.

- Das Ganze mit 2 Esslöffeln Paniermehl bestreuen. Dann 2 Esslöffel flüssige Butter darübergiessen.

- 30 Minuten im Ofen bei 200° überbacken.

(cgl/sma)

Hinweis: Kennen Sie typische Lozärner Usdröck, die in Vergessenheit geraten sind? Wir sammeln die Wörter und erklären sie. Vorschläge können Sie direkt per Mail einschicken: dialekt@luzernerzeitung.ch

Das Schweizerdeutsche Online-Wörterbuch: www.idiotikon.ch

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