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Lozärner Usdröck: «Sible»

Es gibt nur wenige Wörter, die Frauen besser nicht benutzen sollten. Dazu gehört das vulgäre «Seckle». Doch man kann ja auch «sible».

Eine Leserin unserer Zeitung erinnert sich noch gut an ihr früheres Gspändli. Sibu wurde ihre Kollegin damals genannt – ein Übername, weil sie beim Spielen im Helvetiagärtli in der Stadt Luzern immer «ome gsiblet» ist. Das Wort «sible» ist somit schnell erklärt: herumrennen.

Doch woher kommt das Wort? Keine einfache Frage. Das Idiotikon stellt «sible» in Zusammenhang mit Sieb/sieben, was unsere Leserin allerdings nicht zufriedenstellt. Idiotikon-Chefredaktor Hans-Peter Schifferle geht davon aus, dass es sich bei «sible» um eine sogenannte Hüllform handelt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist das Wort «seckle» aufgekommen, welches sich auf das männliche Geschlechtsteil bezieht und seit jeher als derb oder vulgär gilt. Für Mädchen war das Wort so ziemlich tabu bis Läuferin Anita Weyermann dieses in einem legendären TV-Interview verwendete («Gring ache u seckle»). Wie bei anderen Tabuwörtern entwickelten sich Hüllformen, um das Wort zu entschärfen. So zum Beispiel «semele» statt «seckle». Oder eben «sible». Mit dieser Bedeutung ist das Wort übrigens auch in der Region Brugg bestens bekannt.

Eine weitere Erklärung könnte sein, dass «sible» mit dem Wort «säble» verwandt ist. Diese Ableitung vom Wort «Säbel» bedeutet «mit grossen Schritten, schnell gehen». Auch «säble» könnte als eine Art Hüllform für «seckle» gedient haben. So oder so wirkt der Übername Sibu mit diesem Wissensstand nicht mehr sehr schmeichelhaft. (cgl)

Hinweis: Kennen Sie typische «Lozärner Usdröck»? Schicken Sie Ihre Vorschläge an folgende E-Mail-Adresse: dialekt@luzernerzeitung.ch
Das Schweizerdeutsche Online-Wörterbuch: www.idiotikon.ch

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