Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Lozärner Usdröck: «Weidli»

Wer «weidli» unterwegs ist, nimmt die Beine in die Hand. Auch Martin Luther wurde zu seiner Zeit als «weidlich» bezeichnet – aber nicht etwa, weil er ein «Stürmi» war.
Simon Mathis

Vor einigen Wochen haben wir in unserer Kolumne das Adjektiv «höbschlig» vorgestellt, das langsam und behutsam bedeutet. Eine Leserin hat uns darauf hingewiesen, dass es auch anders geht, nämlich «weidli» – das heisst rasch, hurtig und geschwind.

Auch im Hochdeutschen kennt man den Begriff, nämlich als «weidlich». Abgeleitet ist er aus dem Mittelhochdeutschen «weidelich», was wiederum vom Verb «weiden» abstammt, damals noch in der Bedeutung von «jagen». Weidlich hiess also ursprünglich wohl «jagdgemäss». Zu den Tugenden eines Jägers lässt sich gewiss auch die Schnelligkeit zählen. Als weidli bezeichnete man früher tapfere und tüchtige Burschen, durchaus auch im kriegerischen Sinne. Redliche Menschen lobte man so ebenfalls. Huldrych Zwingli etwa bezeichnete Martin Luther als «weidlichen Diener Gottes».

Diese Färbung des Wortes ist mittlerweile verschwunden. Das deutsche Wort «weidlich» wird – wenn überhaupt – nur noch in der Bedeutung von «gehörig» oder «sehr» verwendet. Etwa wenn jemand sagt, die Besucher eines Festes hätten sich allesamt weidlich amüsiert.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.