LSO-STIFTUNG: Millionensegen für Luzerner Sinfonieorchester

Eine neue private Stiftung sichert die Vergrösserung des Luzerner Sinfonieorchesters (LSO). Direktor Numa Bischof Ullmann (38) spricht zu Recht von einer «neuen Ära».

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Numa Bischof, Direktor des LSO. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Numa Bischof, Direktor des LSO. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Numa Bischof, die neue Stiftung des LSO hat ein Startkapital in mehrfacher Millionenhöhe. Wie konnten Sie private Geldgeber dazu motivieren, derartige Summen in eine Kulturinstitution zu investieren?

Numa Bischof: Natürlich haben die Stiftungsgründer auch eine persönliche Beziehung zur Musik, aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Aus unternehmerischer Sicht entscheidend ist, dass wir ein erfolgreiches Produkt kreieren: Wir engagieren namhafte Solisten, haben eine wachsende Resonanz auch in der überregionalen Presse, wir starten nächste Woche zu einer prestigeträchtigen Japan-Tournee. Die rund 50'000 Besucher jährlich in unseren Konzerten zeigen, dass wir nicht ein Privatclub sind, sondern eine öffentliche Institution mit Ausstrahlung. Zudem hat die Geldgeber wohl auch der unternehmerische Ansatz überzeugt, mit dem wir diese Ziele erreicht haben.

Was verstehen Sie unter einem «unternehmerischen Ansatz» im Fall eines Sinfonieorchesters?

Bischof: Dazu gehört eine Strategie, die durch die Verbindung von Eigenleistungen mit öffentlichen Subventionen und privaten Geldern einen Mehrwert schafft.

Inwiefern?

Bischof: Der Konzertbetrieb des Luzerner Sinfonieorchesters ist mit 2,6 Millionen Franken subventioniert. Damit erwirtschaften wir rund 2 Millionen Franken über die Konzerteinnahmen. Hinzu kommen Sponsorenbeiträge, die nach der Aufbauarbeit in den letzten Jahren 1 Million Franken betragen. Unter dem Strich bedeutet das, dass wir auf jeden Steuerfranken, den wir bekommen, selber rund 1,2 Franken hinzulegen. Unternehmerisch gesehen, ist das eine Wertschöpfung des Steuerfrankens und eine Eigenwirtschaftlichkeit von 57 Prozent. Das ist im Vergleich zu anderen Kulturinstituten, extrem hoch.

Trotzdem sind die Ziele der Stiftung künstlerischer Art. Wo liegen die Prioritäten?

Bischof: Der wichtigste Punkt ist, dass die bisher über Sponsorenbeiträge gedeckte Orchestervergrösserung um zehn zusätzliche Streicherstellen jetzt unbefristet finanziert ist. Das heisst, dass das Orchester definitiv als ein mittelgrosses Orchester etabliert ist. Damit beginnt für das LSO eine neue Ära: Man muss sich bewusst sein, dass diese Stiftungsgründung keine Party ist, sondern ein Werk für Generationen.

Interview von Urs Mattenberger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag im Kulturteil der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.