LUCERNE FESTIVAL: Der Traum von einem vierten Festival

Am Dienstag wurde bekannt, das Michael Haefliger seinen Vertrag als Intendant von Lucerne Festival bereits jetzt über 2016 hinaus bis 2020 verlängert. Im Gespräch mit unserer Zeitung begründet er die Treue zu Luzern – seit 1999 – mit langfristigen Zielen für das Festival.

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Michael Haefliger, hier im Sommer 2012 in seinem Büro an der Luzerner Hirschmattstrasse. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Michael Haefliger, hier im Sommer 2012 in seinem Büro an der Luzerner Hirschmattstrasse. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ein Grund für Haefligers Vertragsverlängerung ist, wie erwartet, die Aussicht auf ein neues Theater. Der vorläufig positive Gerichtsentscheid im Prozess um die Salle-Modulable-Gelder und vor allem das Bekenntnis von Stadt und Kanton Luzern zu einer Neuen Theaterinfrastruktur habe ihn stark zu diesem Schritt motiviert, sagt er im Gespräch mit der Neuen Luzerner Zeitung: «Die Möglichkeit, neben dem KKL ein geeignetes Haus für innovatives Musiktheater zu haben, wäre der Mount-Everest!»

Daneben erwähnt Haefliger weitere strategische Pläne für die kommenden Jahre. Sie sollen Lucerne Festival im Sommer weiter öffnen und entwickeln. Ein Vorbild dafür ist für ihn der letztjährige Jubiläumstags, der mit einem bunt gemischten Programm 7000 Besucher anzog. Schon da hatte Haefliger das Bauchgefühl: «Wouw, so sieht die Zukunft aus!» und wusste, dass er in Luzern bleiben würde – und das, obwohl er bei den Salzburger Festspielen als einer von fünf möglichen Kandidaten für die dortige Intendanz im Gespräch war.

Haefliger skizziert, wie sich Elemente jenes Jubiläumstages in den Festival-Alltag integrieren lassen. Dazu gehört ein Festivalzentrum vor dem KKL Luzern, das in den nächsten Jahren realisiert werden soll – als Begegnungsort für Besucher und Künstler, um den herum eigentliche Erlebnistage gruppiert werden. Aufgewertet wird auch das "Young"-Programm als drittes Standbein neben dem Lucerne Festival Orchestra und der Lucerne Festival Academy, wobei sich Lucerne Festival vermehrt auch als Plattform für Eigeninitiativen von Jugendlichen zur Verfügung stellen möchte.

Ein möglicher Spielort für deren Projekte könnte der mobile Konzertsaal dienen, der letztes Jahr im Katastrophengebiet in Japan erstmals zum Einsatz kam. Die «Lucerne Festival Ark Nova» nämlich soll 2017 in Luzern aufgestellt werden - nach weiteren Stationen dieses Jahr wiederum in Japan und 2016 möglicherweise in New York.

Haefliger, der mit dem Festival-Orchestra, der Academy und der Idee für eine Salle Modulable immer wieder mit Visionen überraschte, hat auch jetzt noch eine parat: Die Idee für ein viertes Festival neben jenen im Sommer, an Ostern und am Piano: «Aber es ist noch nicht mehr als ein Traum, über den ich im Moment nichts weiteres sagen kann.»

<em>Das ausführliche Interview mit Michael Haefliger lesen Sie am Mittwoch in der Neuen LZ.</em>