Lucerne Festival mit hochklassigem Jubeljahr

Das Lucerne Festival feiert 2013 sein 75-jähriges Bestehen: Das Oster-Festival glänzt mit einem weitgespannten Spektrum der Sakralmusik, das Sommer-Festival stellt die radikalen Erneuerer ins Zentrum, und das Piano-Festival wird verlängert.

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Das Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado. (Bild: Lucerne Festival / Peter Fischli)

Das Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado. (Bild: Lucerne Festival / Peter Fischli)

Am 25. August 1938 griff Arturo Toscanini im Park vor Richard Wagners Villa in Luzern zum Taktstock und dirigierte ein von ihm zusammengestelltes Eliteorchester. Dies war die Geburtsstunde von Lucerne Festival.

Das Jubiläum werde am 25. August mit einem bunten Überraschungsprogramm quer durch alle Epochen und Genres gefeiert, teilten die Organisatoren am Montag vor dem Beginn von Lucerne Festival am Piano 2012 mit.

Das erste der drei Festivals, das zu Ostern, findet vom 16. bis 24. März statt. Dirigent Claudio Abbado, die Pianistin Martha Argerich und das Orchestra Mozart Bologna geben zusammen zwei Konzerte. Die weiteren Sinfoniekonzerte werden von Mariss Jansons und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie von Gustavo Dudamel und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra bestritten.

Dudamel und sein Orchester spielen auch John Adams' «The Gospel According to the Other Mary». Es handelt sich um eine szenische Präsentation unter der Regie von Peter Sellars, die zwei Wochen vor dem Termin in Luzern in Los Angeles ihre Premiere erleben wird.

Einen Klassiker der Passionsvertonung, Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion, interpretieren wird John Eliot Gardiner mit den English Baroque Soloists und dem Monteverdi Choir. Jansons spielt anlässlich des 100. Geburtstages des Komponisten Benjamin Britten dessen «War Requiem». Auf dem Programm stehen ferner Francis Poulencs «Stabat Mater» und Georges Bizets «Te Deum».

Lucerne Festival im Sommer erstreckt sich über einen Monat vom 16. August bis zum 15. September. Das Eröffnungskonzert werden Claudio Abbado und das Lucerne Festival Orchestra bestreiten, das 2013 sein zehnjähriges Bestehen feiern wird.

Revolutionäre Klassik

Schwerpunkt der Sommer-Festspiele ist die «Revolution». Ins Licht gerückt werden Komponisten, die für radikale Neuerungen gesorgt haben und auf politische oder gesellschaftliche Umbrüche reagiert haben.

Nicht fehlen wird Igor Strawinskys «Le Sacre du Printemps», ein Stück, das genau vor 100 Jahren in Paris für einen Skandal gesorgt hat. Gewürdigt wird auch das Werk von Opernrevolutionär Richard Wagner, dessen Geburtstag sich 2013 zum 200. Mal jähren wird.

Composer-in-residence sein wird die Israelin Chaya Czernowin. Zum quartet-in-residance gewählt wurde das JACK Quartet. Artistes étoiles sind die Pianistin Mitsuko Uchida und der Schlagzeuger Martin Grubinger.

Lucerne Festival am Piano wird 2013 vom 16. bis 24. November 2013 und somit zwei Tage länger als bisher dauern. Den Auftakt machen wird Evgeny Kissin, den Abschluss Maurizio Pollini.

sda