Lucerne Festival unterstützt Japan

In Matsushima, einer im März 2011 von einem Erdbeben und einem Tsunami heimgesuchten japanischen Stadt, wird im Herbst in einem von Lucerne Festival lancierten mobilen Konzertsaal musiziert. Ziel ist es, der Bevölkerung Hoffnung und Zuversicht zu vermitteln.

sda
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Am 12. Oktober ist in Japan auch ein Konzert mit Mitgliedern des Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado geplant. (Bild: Lucerne Festival / Yuri Bogomaz)

Am 12. Oktober ist in Japan auch ein Konzert mit Mitgliedern des Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado geplant. (Bild: Lucerne Festival / Yuri Bogomaz)

Lucerne Festival hatte im August 2011 das Projekt der mobilen Veranstaltungshalle Ark Nova vorgestellt. Absicht ist es, die Bevölkerung der japanischen Erdbebenregion kulturell zu unterstützen.

Ark Nova ist eine mehrteilige Konstruktion und hat eine aufblasbare Hülle aus elastischem Material. In ihr finden 500 Zuschauer Platz. Die Kosten für den vom japanischen Architekten Arata Isozaki und vom britischen Künstler Anish Kapoor entwickelten Bau betragen 4 bis 5 Millionen Euro. Finanziert wird das Vorhaben von Sponsoren.

Wie Lucerne Festival Ark Nova am Freitag mitteilte, wird die aufblasbare Konzerthalle erstmals vom 27. September bis am 14. Oktober 2013 bespielt. Die Halle soll einheimischen und internationalen Künstlern eine Plattform bieten. Für den 12. Oktober ist ein Konzert mit Mitgliedern des Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado geplant.

Matsushima liegt an einer Bucht mit 260 kiefernbedeckten Inseln. Diese bewahrten die Stadt vor einer grösseren Zerstörung durch den Tsunami. In der Nähe befindet sich der Zuiganji-Tempel. Beim Erdbeben beschädigte Bäume aus der Umgebung des Tempels werden für den Bau der mobilen Konzerthalle verwendet.

Trotz Verzögerung nötig

Ursprünglich wollte Lucerne Festival die Ark Nova bereits im Frühling 2012 ein erstes Mal einsetzen. Die organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Herausforderungen seien aber unterschätzt worden, erklärte Ark-Nova-Sprecher Andreas Hildenbrand auf Anfrage.

Überflüssig geworden ist die Ark Nova nach Ansicht der Initianten aber nicht. Das Projekt mache jetzt noch mehr Sinn als im Frühling 2012, sagte Hildenbrand. So sei es jetzt breit abgestützt. Zudem dauere der Wiederaufbau noch Jahre. Viele Menschen lebten in Notunterkünften, und Infrastruktur für die Kultur fehle.

Wie es mit der Ark Nova nach dem 14. Oktober 2013 weitergeht und wo sie allenfalls Station machen wird, ist offen. Es bestehe aber die Absicht, noch weitere Saisons zu organisieren, sagte Hildenbrand.