LUCERNE FESTIVAL: Zu laut – Strassenmusik nervt Quartier

Strassenmusik darf nicht verstärkt werden, sagt das Reglement. Das wurde beim Festival nicht eingehalten, klagen Altstadtbewohner.

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Das russische Duo Kravchenko musizierte auf dem Kapellplatz - mit elektrischen Verstärkern. (Archivbild Nadia Schärli/Neue LZ)

Das russische Duo Kravchenko musizierte auf dem Kapellplatz - mit elektrischen Verstärkern. (Archivbild Nadia Schärli/Neue LZ)

Vor zehn Tagen ging in Luzern das Strassenmusikfestival zu Ende. Das Musizieren auf Luzerns Altstadtplätzen an fünf Tagen jeweils von 18 bis 22 Uhr hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen – nicht nur im positiven Sinn. 

Einige Mitglieder des Quartiervereins Altstadt zumindest verschafften am Dienstagabend ihrem Ärger Luft an einer Veranstaltung mit Stadträtin Ursula Stämmer. Hauptkritikpunkt: Es war zu laut, weil die Musik elektronisch verstärkt wurde. Ein Altstadtbewohner monierte: «Praktisch alle hatten solche Verstärker, das hat wahnsinnig laut getönt.» Das sei auch schon im letzten Jahr so gewesen. 

Anliegen wohlwollend aufgenommen
Und Fritz Rogger, Präsident des Quartiervereins, sagte: «Mit Strassenmusik hatte das nicht mehr viel zu tun. Ich wohne am Weinmarkt, und an den fünf Festivalabenden war es praktisch unmöglich, in der Wohnung das familiäre Leben aufrechtzuerhalten.»

Stadträtin Ursula Stämmer (SP) nahm die Anliegen aus dem Quartierverein Altstadt wohlwollend auf. Sie konnte aber nicht im Detail zu den Fragen Stellung nehmen, weil für die Bewilligung die Gewerbe- und Gesundheitspolizei zuständig war.

«Kaum Verstärkeranlagen»
Die Kritik ist vor allem deshalb brisant, weil die Bewilligung für das zum dritten Mal durchgeführte Event auf Basis des Reglements für Strassenmusik erteilt wurde. Und dort steht: «Der Einsatz von Tonverstärkern und Synthesizern ist nicht erlaubt.» Zudem hatte Festivalorganisator Hugo Faas im Vorfeld gegenüber unserer Zeitung gesagt: «Es ist auch intimer, weil kaum Verstärkeranlagen eingesetzt werden.»

Gewerbepolizei sagt noch nichts
Haben sich also die Organisatoren – die Strassenmusikveranstaltungen sind Teil des Lucerne Festival – über die Abmachungen hinweggesetzt? Alfred Fischer, stellvertretender Bereichsleiter der zuständigen Gewerbe- und Gesundheitspolizei, sagt: «Wir sind in Gesprächen mit den Veranstaltern und können darum zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Schlüsse ziehen. Ob die verwendeten Stromverteiler von der Stadt stammten, ist ebenfalls Gegenstand von Abklärungen.»

Jérôme Martinu

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung.

Impressionen vom Strassenmusikfestival: