Luftakrobatik hoch über Rothenburg

Nervenkitzel pur! 3800 Meter hoch über Rothenburg springt Kurt Hänni mit einem Salto aus einem Heissluftballon – am Rücken hat er aber nicht etwa einen Fallschirm.

Drucken
Teilen
Der Ballon startet beim Verkehrshasu und gleitet danach hauchdünn übers Wasser. (Bild: ZVG Kurt Hänni)

Der Ballon startet beim Verkehrshasu und gleitet danach hauchdünn übers Wasser. (Bild: ZVG Kurt Hänni)

Den Gleitschirm auf 3800 Metern Höhe aus dem Ballonkorb baumeln lassen, auf den Korbrand klettern und mit einem Salto in die Tiefe springen. Klingt irgendwie gefährlich. Und tatsächlich, Kurt Hänni aus dem bernischen Trubschachen bestätigt: «Man muss sich schon bewusst sein, was man da macht.» Laut dem erfahrenen Gleitschirmpilot könne aber nicht viel passieren. Er habe bei jedem Sprung jeweils zwei Notschirme dabei.

Kürt Hänni springt über Rothenburg aus einem Ballon. Oben links ist Eschenbach zu sehen. (Bild: ZVG Kurt Hänni)
9 Bilder
Jump am Ballontreffen in Dagmersellen. (Bild: ZVG Kurt Hänni)
Der Ballon startet beim Verkehrshasu und gleitet danach hauchdünn übers Wasser. (Bild: ZVG Kurt Hänni)
Rothenburg aus 3800 Metern Höhe. Auch der Flugplatz in Emmen ist deutlich zu erkennen. (Bild: ZVG Kurt Hänni)
Stefan Gerber springt aus dem Korb in die Tiefe. (Bild: ZVG Kurt Hänni)
Unter dem Ballonkorb ist ein Gleitschirm-Pilot zum Abflug bereit. (Bild: ZVG Kurt Hänni)
Auch aus einem Helikopter kann mit dem Gleitschirm gestartet werden. (Bild: ZVG Kurt Hänni)
Beim Absprung aus dem Heli springt der Gleitschirm-Pilot vor seinem Schirm. (Bild: ZVG Kurt Hänni)
Die einzelnen Sequenzen des Heli-Jumps. (Bild: ZVG Kurt Hänni)

Kürt Hänni springt über Rothenburg aus einem Ballon. Oben links ist Eschenbach zu sehen. (Bild: ZVG Kurt Hänni)

So auch beim Absprung über Rothenburg am Pfingstwochenende diesen Jahres. Gestartet war Hänni mit seinem Kollegen Stefan Gerber und den Ballonpiloten Heinz und Stefan Walchli beim Verkehrshaus in Luzern. Nach einer Fahrt hauchdünn über dem Vierwaldstättersee steigt der Ballon Richtung Region Sempachersee. Zwischen Emmenbrücke und Rothenburg wird die maximale Flughöhe von 3800 Metern erreicht und die beiden Akrobatik-Flieger steigen wagemutig einer nach dem anderen auf den Korbrand. Nichts für schwache Nerven. Den Gleitschirm lassen sie locker nach unten hängen und springen schliesslich mit einem Salto unter den eigenen Schirm. Dieser breitet sich aus und gleitet dahin. Nach ein paar Runden und Figuren um den Ballon drehen Hänni und Gerber ab und landen schliesslich zwischen Sempach und Rothenburg auf einem Feld.


Ausnahmesport für erfahrene Piloten

Eigentlich ist ein Heissluftballon nicht unbedingt dafür gebaut, um mit einem Gleitschirm daraus abzuspringen. Von einem Trend könne deshalb nicht die Rede sein, erklärt Hänni: «Es ist schon ein Ausnahmesport und eher etwas für erfahrene Piloten.» Der 37-Jährige fliegt seit rund neun Jahren mit seinem Gleitschirm durch die Berge, wollte dann aber einmal etwas Neues ausprobieren. Nachdem er ein Video mit einem solchen Ballon-Sprung gesehen hatte, sagte er spontan zu, als Stefan Gerber zwei Plätze im Ballon von Stefan Walchli organisieren konnte.

Jump am Ballontreffen in Dagmersellen. (Bild: ZVG Kurt Hänni)

Jump am Ballontreffen in Dagmersellen. (Bild: ZVG Kurt Hänni)

Betreiben könne man den Sport praktisch überall, erklärt der gelernte Schreiner und heutige Küchenmonteur. Man brauche dafür aber Ballonpiloten, die erfahren und vor allem offen für etwas Neues seien. Diese habe er auch am vergangenen Wochenende angetroffen. Beim Ballontreffen in Dagmersellen sprang Hänni hoch über dem Dorf aus einem Ballonkorb. Natürlich in bewährter Manier.

bep