LUKB glänzt im Zinsgeschäft

Die Luzerner Kantonalbank hat im ersten Semester 2011 den Konzerngewinn auf über 77 Millionen Franken gesteigert. Dafür verantwortlich war unter anderem das Zinsgeschäft. Für das Gesamtjahr gibt sich die Bank vorsichtig optimistisch.

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Die Luzerner Kantonalbank an der Pilatusstrasse in Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Die Luzerner Kantonalbank an der Pilatusstrasse in Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) hat im ersten Semester 2011 dank des Zinsengeschäftes, eines tieferen Geschäftsaufwands und kleinerer Reservezuweisungen den Konzerngewinn um 5,1 Prozent auf 77,1 Millionen Franken gesteigert. LUKB-Direktor Bernard Kobler bezeichnete am Dienstag das Umfeld seiner Bank als «speziell». Die Luzerner Wirtschaft laufe rund und die Standortqualität sei gut. Die ungelösten Schuldenprobleme in Europa und den USA schlügen aber auf die Region zurück.

Dies zeigt sich in der Erfolgsrechnung der börsenkotierten Kantonalbank. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft verbesserte sich dank höherer Volumina um 2,9 Millionen Franken auf 161,3 Millionen Franken.

Rückgänge gab es beim Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (- 5,9 Mio. Fr. auf 43,9 Mio. Fr.) und beim Handelsgeschäft (-2,5 Mio. Fr. auf 12,1 Mio. Franken). Diese Abnahmen sind gemäss LUKB die Folge davon, dass die Bank das grenzüberschreitende Geschäft abbaute und die Anleger den Finanzmärkten misstrauten.

Kosten im Griff

Trotz eines grösseren Geschäftsvolumens konnte die LUKB den Geschäftsaufwand um 5,6 Millionen Franken auf 105,2 Millionen Franken senken. Dazu beigetragen hat auch die Fusion mit der ehemaligen Tochtergesellschaft Adler Privatbank.

Der Bruttogewinn liegt mit 115,1 Millionen Franken nur eine knappe Million über dem Vorjahreswert. Der Unternehmensgewinn wuchs um 0,6Millionen auf 86,7 Millionen Franken. Um 3,2 Millionen auf 9,6 Millionen Franken abgebaut wurde die Zuweisung an Reserven für allgemeine Bankrisiken.

Die Ausleihungen nahmen seit Anfang Jahr netto um 1,4 Milliarden Franken auf 22,0 Milliarden zu. Dieser Wert wurde allerdings durch buchhalterische Sonderfaktoren beeinflusst. Ohne diese betrug das Wachstum 0,8 Milliarden Franken.

Keine Überhitzung

Der Grossteil der Ausleihungen entfällt auf Hypotheken, deren Volumen um 0,6 Milliarden auf 17,6 Milliarden Franken wuchs. Eine generelle Überhitzung des Immobilienmarktes sehen die LUKB-Verantwortlichen im Kanton Luzern nicht.

Finanzchef Marcel Hurschler wies zudem darauf hin, dass bei den LUKB-Hypotheken die durchschnittliche Belastungshöhe nur bei 57,1 Prozent des Verkehrswertes liege. Nur bei 0,6 Prozent der Kredite sei die Belehnungshöhe höher als 80 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2011 ist die LUKB-Spitze vorsichtig optimistisch. Der Gewinn dürfte sich trotz der spürbaren Verunsicherung im Rahmen von 2010 bewegen, sagte Kobler.

Deutschschweiz im Fokus

Die Banca dello Stato del Cantone Ticino übernimmt ab dem 1. Oktober den Tessiner Geschäftsbereich des Private Banking der LUKB. Die Filiale der LUKB in Chiasso werde geschlossen, teilte die BancaStato am Dienstag mit.

Das Tessiner Finanzunternehmen wolle das Segment Private Banking weiter ausbauen, um wirtschaftlich weniger vom Tessiner Immmobilienmarkt abhängig zu sein, heisst es in dem Communiqué weiter. Die LUKB wiederum plane, sich auf den deutschsprachigen Kundenkreis zu konzentrieren.

Die Übernahme habe gemäss BancaStato keine Entlassungen zur Folge. Von den aktuell sieben Mitarbeitern des Private Bankings der LUKB in Chiasso würden drei zur BancaStato wechseln. Die vier weiteren Angestellten gingen in Pension.

sda/bep