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Einzelmaske: Von der Furcht, an der Fasnacht in verreckt viele Fettnäpfchen zu treten

In der heutigen «Einzelmaske»-Kolumne beschreibt unser Autor inkognito, weshalb ausgerechnet in der regelfreien Zeit gewisse Dinge sakrosankt sind.
Guger Kraber
Guger Kraber.

Guger Kraber.

Wild, urchig und witzig sei die Lozärner Fasnacht, heisst es immer wieder. Es sei die närrische Zeit, die rüüdig verreckte fünfte Jahreszeit, wo man Regeln mal Regeln sein lässt und dabei kräftig auf die Pauke haut. Jene Zeit, in der man auch nach einem dummen Spruch mal beide Augen zudrückt und sich bei einem Kafi Huerenaff anschliessend wieder dramatisch verbrüdert. Eine rüüdig gute Zeit. Voller Spass, Schränzen und Holdrio.

Könnte man meinen. Bei einem versteht der Fasnächtler nämlich gar keinen Spass: bei der Fasnacht selbst. Sagt man nämlich aus Versehen mal «Grind» statt «Grend», muss man aufpassen, dass man nicht mit heissen Teebeuteln beworfen und aus der Stadt gejagt wird.

Vergisst man bei Guuggenmusig einen der beiden lebenswichtigen Us oder Gs, wird man wohl nie in eine Guugge aufgenommen. Richtig schlimm wird es aber erst, wenn man GuuggenmusiK schreibt – mit K! Man stelle sich das mal vor, da ist auch der Karneval nicht mehr weit.

Lustigerweise fordern gerade viele Fasnächtler weniger Regeln. Es gehe ja eben in dieser Zeit darum, dass man einfach alles machen könne. Beschränkungen und Einschränkungen seien da nur hinderlich. Im Kern sind diese Forderungen natürlich berechtigt, unser überreglementiertes Leben braucht nicht unbedingt während der Fasnacht noch zusätzliche Vorschriften.

Aber wehe, man verwechselt die Safran- mit der Wey-Zunft, dann Gnade uns der Fasnachts-Gott. Apropos: Bei welcher Zunft ist eigentlich der?

Vor lauter Vermeiden von fasnächtlichen Fettnäpfchen traut man sich am Schluss gar nix mehr zu sagen. Ausser vielleicht: rüüdig verreckt. Das geht immer. Es kommt hier auch nicht drauf an, wie viele Üs man sagt. Mindestens zwei sollten es aber schon sein. In der Regel.

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