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LUTHERN BAD: Gekneippt wird erst im Frühling

Am bekannten Luzerner Wallfahrtsort entsteht derzeit ein unterirdisches Arm- und Fussbad. Auf die Eröffnung der einmaligen Anlage müssen sich Pilger nun aber länger gedulden als erwartet.
Evelyne Fischer
Blick auf das neue Arm- und Fussbad. (Bild: PD (Luthern Bad, 30. Juni 2017))

Blick auf das neue Arm- und Fussbad. (Bild: PD (Luthern Bad, 30. Juni 2017))

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

Die Dimensionen des künftigen Arm- und Fussbades sind eindrücklich: Samt Eingang reicht die Anlage dereinst rund 20 Meter in den Hang hinein. Der Grundriss des Bades in fünf Metern Tiefe erinnert an den Aufbau einer Kirche. Im Chor wird die Heilquelle plätschern, in den Pendants zu Seitenkapellen sind Fussbäder untergebracht. Unter der Kuppel im Mittelschiff befindet sich das Armbad, davor eine Garderobe. In den Seitenräumen sind ein WC und ein Technikraum vorgesehen. Bis zu 20 Personen sollen sich gleichzeitig in der Anlage bewegen können.

Ursprünglich war geplant, die Anlage im Spätsommer den Pilgern zu übergeben (Ausgabe vom 19. Oktober 2016). Doch aus der Eröffnung am 15. August wird nichts: «Wir sind noch nicht ganz dort, wo wir sein möchten», sagt Max Galliker auf Anfrage. Er präsidiert den 1000 Mitglieder zählenden Förderverein, der das Bauprojekt initiiert hat. «Der viele Schnee Anfang Jahr und der nasse Frühling haben den Baufortschritt etwas verzögert», sagt Galliker. Dass die Anlage wohl erst im April eingeweiht wird, ist jedoch vor allem dem Bodenbelag bei den Fussbädern geschuldet: «Im Zuge der Ausführungsplanung haben uns Fachleute geraten, den Beton vor dem Verlegen der Natursteinplatten ein halbes Jahr ruhen zu lassen. Sonst riskieren wir Risse.» Galliker bedauert die Verzögerung. «Die Eröffnung an Mariä Himmelfahrt wäre unser Wunschtermin gewesen.»

Badanlage ist tagsüber frei zugänglich

Luthern Bad ist heute der meistbesuchte Luzerner Wallfahrtsort. Aufgrund des Wunders an Jakob Minder wird dem Badbrünneli-wasser eine heilende Wirkung nachgesagt: Der Bergbauer litt unter Gicht. Am Samstag vor Pfingsten 1581 erschien ihm im Traum die Muttergottes und gab ihm den Rat, hinter dem Haus nach Wasser zu graben, sich darin zu waschen und zu beten. Minder tat, wie ihm gesagt, und wurde geheilt. Mit dem Bad will der Förderverein den Kraftort weiter beleben: «Die Anlage soll eine zusätzliche Bereicherung für die Wallfahrtsstätte sein», sagt Max Galliker. Davon ist auch Gemeindepräsident Alois Huber überzeugt. Wie die bisherigen Projekte des Fördervereins – etwa der neugestaltete Badbrünneli-Platz oder der Luthernbrunnen – werde auch das Arm- und Fussbad dem Ort «neuen Schub» verleihen, sagt Huber. «Der Gemeinderat stand dem Projekt von Beginn weg positiv gegenüber. Denn hier sind Leute am Drücker, die ihre Sache verstehen.» Die Gemeinde unterstützt den Verein mit einem finanziellen Beitrag, dessen Höhe allerdings noch nicht definiert ist.

Obwohl die unterirdische Anlage in der Schweiz ihresgleichen sucht, erwarten weder Huber noch Galliker Heerscharen von Besuchern. «Da dies keine Wellnessanlage ist und das Quellwasser nicht erwärmt wird, werden sich die meisten wohl nur kurz in der Anlage aufhalten», sagt Galliker. Das Bad wird tagsüber frei zugänglich sein. Ohne Aufsicht. «Jeder ist sein eigener Bademeister.» Eintritt gibt’s keinen, Spenden seien willkommen.

Fürs Bad rechnete man mit Kosten von einer halben Million. Dank zwei Schenkungen und Gönnern weit über den Verein hinaus war die Summe beisammen. Laut Galliker wird es nun aber eher etwas teurer. «Weil wir hochwertige, pflegeleichte Materialen verwenden und es sich um eine einmalige Anlage handelt, waren die Kosten sehr schwierig zu kalkulieren. Zudem keimen nun weitere Wünsche auf», sagt er und lacht. Gerne liesse er den Innenraum mit Sgraffito gestalten, Zeichnungen in Kratztechnik, wie man sie von Engadiner Häusern her kennt. «Dafür müssten wir nun aber zuerst nochmals 30 000 Franken zusammenbringen.»

Hinweis

Infos zum Förderverein finden Sie unter www.luthern-bad.ch.

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