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LUTHERN: Talschaft steht hinter der «Chäsi»

Die Napf-Chäsi AG investiert und modernisiert ihre Anlagen. Auch die Nachfolge ist angestossen. Der budgetlose Zustand des Kantons sorgte aber für schlaflose Nächte.
Ernesto Piazza
Von links: Elmar Lustenberger und Karin Schwegler steigen als Aktionäre bei der Napf-Chäsi ein. Sie ergänzen damit das Team um Lucia und Markus Stirnimann . (Bild: Pius Amrein (Luthern, 14. Dezember 2017))

Von links: Elmar Lustenberger und Karin Schwegler steigen als Aktionäre bei der Napf-Chäsi ein. Sie ergänzen damit das Team um Lucia und Markus Stirnimann . (Bild: Pius Amrein (Luthern, 14. Dezember 2017))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Die Napf-Chäsi AG in Luthern stellt die Weichen für die Zukunft: Zu den bisherigen Aktionären Markus und Lucia Stirni­mann kommen per 1. Januar ­Elmar Lustenberger und Karin Schwegler dazu. «Das ist der erste Schritt zur Nachfolgeregelung», erklärt Markus Stirni­mann. Damit sei die Führungscrew breiter abgestützt und das Unternehmen könne die nächsten Jahre gestärkt in Angriff nehmen, ist der 50-jährige Käsermeister überzeugt. Die rund 20AABB22Vollzeitstellen – inklusive Lernende – wären weiterhin gewährleistet. 2017 investierte die Napf- Chäsi AG rund 5 Millionen Franken in Produktionsanlagen vor Ort und in einen neuen Käsekeller in Hofstatt.

In den vergangenen Jahren mussten viele Käsereien schliessen. Betroffen waren vor allem Betriebe, die sich auf die Produktion von Emmentaler spezialisiert hatten. «Mit dem Entscheid, die Napf-Chäsi AG in eine Mitarbeiter-AG zu führen, glauben wir an unseren Standort und an unsere Produkte», sagt Markus Stirni­mann. Bei der Vorwärtsstrategie spüre er auch von den Landwirten in der Talschaft eine breite Unterstützung. Rund 55 Bauern liefern täglich ihre Milch der Napf-Chäsi und der Käserei Gyrstock ab. Das gibt jährlich sechs Millionen Kilo, die verarbeitet werden.

Zur Produktion gehören Pastmilch, Butter, das Napf-­Joghurt, aber auch Emmentaler sowie Spezialitäten wie der Napf-Brie, der Napf-Bergkäse und der aus Geissenmilch hergestellte Caprino. Seit rund einem Jahr sind auch Schafmilchprodukte im Sortiment zu finden. Zu den Marktpartnern gehören regionale Detaillisten, Gastrobetriebe, Marktfahrer, diverse Käsehändler und ausgewählte grosse Vertriebskanäle.

Produktion für 1,4 Millionen Franken modernisiert

Es gelte innovativ zu sein, sich aber dennoch nicht zu stark zu spezialisieren, sagt Elmar Lustenberger. Der neue Aktionär arbeitet seit 2014 als Produktionsleiter bei der Napf-Chäsi AG. Für den Käsermeister war seit jeher klar, diesen Beruf ergreifen zu wollen. Denn in der Familie wird bereits in der fünften Generation derselbe Weg eingeschlagen. Karin Schwegler – die künftig vierte Teilhaberin – arbeitet seit 14 Jahren in der Napf-Chäsi AG. Die Luthertalerin hat die Entwicklung der letzten Jahre miterlebt und wirbt für das Unternehmen an Märkten, Events und Ausstellungen. Während die Napf-Chäsi AG als Betriebsfirma auftritt, haben sich die Landwirte seit diesem Frühling in der Käsereigesellschaft Napf AG neu organisiert. Ursprünglich bestanden hierfür fünf Genossenschaften.

Mit 1,4 Millionen Franken sind in den letzten Monaten die Produktionsanlagen in Luthern umgebaut und erweitert worden. Nach einigen Optimierungen stehen zwei Prozesstanks für die ­Joghurt- und Butterherstellung in Betrieb. Zudem ist die erweiterte Produktionsanlage bereit für ­verschiedene Halbhartkäse. Ab Februar – sobald die neuen Kelleranlagen fertiggestellt sind – nimmt man die Fertigung auf. Die jungen Käse gehen dann direkt ab Salzbad in die neuen Räumlichkeiten nach Hofstatt.

Dorthin werden auch die Produkte gezügelt, die im Moment noch am Standort Luthern lagern. Im Januar kommen die sich aktuell noch im Aussenlager in Goldbach befindenden Käse dazu. Der Vermieter brauche den Platz für andere Zwecke, so Stirnimann. Der neue Käsekeller misst 30×40 Meter und ist 6 Meter hoch. Je nach Grösse bietet er Platz für 10 000 bis 20 000 Laibe.

Unweit vom neuen Standort in Hofstatt entfernt liegt die Käserei Gyrstock. Dort werden täglich vier Emmentaler produziert, womit sie voll ausgelastet ist. Ende April geht diese Geschäftstätigkeit auch an die Napf-Chäsi AG über. Des Weiteren gehört das Chäshuus Triengen dazu.

Banken sprechen kaum mehr Kredite

Das grosse Käselager und die Betriebseinrichtungen im neuen Keller seien «kapitalintensiv», erklärt Stirnimann. Schwierig sei es mit den Banken, da diese für solche Geschäfte kaum mehr Kredite sprechen würden. Deshalb braucht die Betriebsgesellschaft auch Darlehen von externen Geldgebern. Und die Napf-Chäsi AG steht gegenüber der neugegründeten Käsereigesellschaft Napf AG als Mieter aller Immobilien stark in der Pflicht.

«Die eine oder andere schlaflose Nacht hat mir im Frühling der budgetlose Zustand des Kantons bereitet», erklärt Stirni­mann. Der Investitionskredit von 1,2 Millionen Franken war zwar gesprochen, konnte aber aufgrund dieses Umstands nicht ausgelöst werden. Die Land­wirte halfen mit, finanziell zu überbrücken, und legten auch kräftig Hand an, damit das Bauvorhaben fristgerecht Ende 2017 fertiggestellt werden kann. «Und so wird unser Rohstoff Milch weiterhin im Napfbergland veredelt, Arbeitsplätze sind gesichert und die Wertschöpfung bleibt im Tal», erklärt der Käsermeister.

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