LUTHERN: Tötungsdelikt: Täter war der Polizei bekannt

Gegen den Täter, der am Sonntag in Luthern eine Frau erschoss und seinen Bruder anschoss, wurde bereits im Jahr 2012 ermittelt. Das Verfahren wurde damals aber eingestellt.

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Der durch die Polizei abgesperrte Bauernhof, wo das Unglück am Sonntagabend passierte. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der durch die Polizei abgesperrte Bauernhof, wo das Unglück am Sonntagabend passierte. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der 60-Jährige Landwirt aus Luthern, der am Montag seinen schweren Verletzungen erlegen ist, war kein Unbekannter für die Polizei. Wie die Luzerner Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilt, wurde gegen den mutmasslichen Täter bereits im Jahr 2012 ein Verfahren wegen Verdacht auf Körperverletzung und Tätlichkeit geführt.

60-Jähriger soll die Frau geschlagen haben

Damals wurde ihm vorgeworfen, dass er eine Frau (genau die Frau, die er am Sonntag erschossen hat) auf dem Bauernhof in Luthern ins Gesicht geschlagen und unter anderem auch gewürgt habe. In der Untersuchung sagte der Beschuldigte aus, dass die Frau auf ihn losgegangen sei und ihn mit einem Holzstock geschlagen habe. Er habe sich nur entsprechend gewehrt. Es stand Aussage gegen Aussage.

Die Sachverhaltsdarstellung des Beschuldigten schien plausibel und war auch mit dem ärztlichen Untersuchungsergebnis vom Opfer vereinbar. Aufgrund der Beweise wurde die Untersuchung eingestellt. Die Frau hat den Entscheid akzeptiert. Sie war durch einen Rechtsanwalt vertreten. Zudem wurde der Mann im Jahr 2003 bestraft wegen einem Vergehen gegen das Tierschutzgesetz und Fahren im angetrunkenen Zustand.

Tötungsdelikt Luthern: Viele offene Fragen bleiben

Gemäss aktuellen Erkenntnissen hat der mutmassliche Täter am Sonntagabend in einem Stall im Gebiet Enzischüür auf seinen Bruder und auf eine Frau geschossen. Die Frau wurde dabei tödlich verletzt. Der Bruder erlitt Schussverletzungen am Arm. Der Täter wurde schwer verletzt am Tatort aufgefunden und ist am Montag im Spital verstorben. Die Untersuchungsbehörden gehen davon aus, dass er sich diese Verletzungen selber zugefügt hat. Die Abklärungen zum Tatmotiv, zum Tatablauf und zur Tatwaffe laufen. Die Leiche des mutmasslichen Täters wird obduziert. Es wird standardmässig auch geprüft, ob er zur Tatzeit alkoholisiert war.

pd/nop