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LUTHERN: Wenn Einachser neben Einrädern donnern

Motorsportler der besonderen Art messen sich am Fusse des Napfs. Während die einen Motorräder mit nur einem Rad über die Strecke jagen, ziehen andere mit ihren Einachsern einen Bremswagen mit Gewichten.
Roger Rüegger
Von links: Xaver Bernet, Sebastian Peter und Remo Schnider mit ihrem Gefährt vor dem Klublokal. (Bild: Nadia Schärli (Emmenbrücke, 2. August 2017))

Von links: Xaver Bernet, Sebastian Peter und Remo Schnider mit ihrem Gefährt vor dem Klublokal. (Bild: Nadia Schärli (Emmenbrücke, 2. August 2017))

Man darf die Teilnehmer der ­Alpenriderparty in Luthern un­geniert als Exoten bezeichnen. Vielleicht wären Begriffe wie Wahnsinnige, Verwegene oder gar Spinner noch etwas präziser. Denn was die zahlreichen Männer und die wenigen Frauen auf ihren Maschinen bieten, ist mehr als spektakulär. Da sind einerseits die Unimoto-Fahrer, die bei der 5. Austragung der Alpenriderparty vom 18. bis 20. August nicht weniger als den Europameister unter sich ausmachen. Die Maschinen sehen aus wie halbe ­Motorräder. Anstelle eines Vorderrads müssen Kufen, Bleche oder gebogene Stahlrohre den Ansprüchen genügen. Ziel ist, das Geschoss in möglichst kurzer Zeit über eine Strecke von 100 Fuss (zirka 30 Meter) zu jagen.

2300 Kilometer Anreise für ein Rennen über 30 Meter

Für den organisierenden Mohawk MC aus Luzern ist Willi ­Vogel am Start. Er reist mit seinen Unimotos durch ganz Europa. Bei unserem Besuch im Clubhaus befand er sich auf dem 2300 Kilometer langen Weg nach Estland an ein Rennen – welches er dann auch prompt gewann.

Nähere Auskunft über die Unimotos gibt anstelle des abwesenden Rennfahrers der Mechaniker Veru Bernet, der bereits zwei solche Maschinen mitgebaut hat. Vor 15 Jahren sei er für einen Kollegen beim Bau eines Unimotos eingesprungen. Eine Woche vor einem Rennen in Sumiswald habe er sich der Sache angenommen. «Die Testfahrten liefen gut. Willi Vogel war damals schon der Fahrer. Er räumte ab und wurde Weltmeister», schildert Veru den Beginn seiner persönlichen Unimoto-Geschichte. Der gelernte Schmid aus dem Hinterland fährt selber keine Rennen. «Mir fehlt das Rennfeeling. Diesen Part überlasse ich Willi.»

Neuland für die Einachser

Neben dem Unimoto-Rennen führte der Mohawk MC in Luthern auch ein Offroad-Drag-­Race durch, bei dem zwei Motorräder auf einer geraden Strecke gegeneinander fahren. Diese Form von Drag-Race wird heuer nicht mehr stattfinden. Dafür gibt es mit dem Einachser-Pulling ein Novum auf Schweizer Boden. Mohwak-Präsident Remo «Long John» Schnider (49) erklärt: «Wir suchten als Ersatz zu den Off-­Road-Bikes eine andere Disziplin. Natürlich etwas, das mit Motoren zu tun hat und Spass macht. Zwei unserer Klubmitglieder wohnen in der Region und kennen einige Mitglieder, die beim Einachserteam Henderland engagiert sind. Wir fragten die Leute an, ob sie mitmachen wollen, und die waren sofort bereit.»

David Portmann (24), Sebastian Peter (23) und Fabienne Müller (21) sind solche Einachser-­Piloten. Sie fahren sonst die ­üblichen Einachser-Rennen. Das Pulling, also das Ziehen eines Bremswagens, ist auch für die drei Neuland. «Ich lasse mich überraschen», sagt Fabienne, die mit einem Einachser des Typs Rapid 505 fahren wird. Die Einachser-Gemeinde fährt zwar auch um den Sieg, jedoch steht bei ­ihnen der olympische Gedanke im Vordergrund, wie Portmann sagt. «Wir freuen uns auch am Erfolg der anderen Fahrer. Zuerst wollen wir schauen, wie der Anlass über die Bühne geht. Wenn alles klappt, sehen wir weiter.»

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Informationen zu den Sportarten unter www.mohawk.ch und unter www.eiachserteam-henderland.ch

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