LUZERN: 27'000 Zuschauer beim längsten Fritschiumzug

Zwei Stunden lang defilierten rund 2000 Beteiligte in 37 Nummern durch die Luzerner Innenstadt. So lang war der «lauteste» und «farbenfrohste» Fasnachtsumzug der Schweiz noch nie.

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«De Gadoofi» - Sujet der Bueri Chesseler. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

«De Gadoofi» - Sujet der Bueri Chesseler. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Das Lozärner Fasnachtskomitee konnte für den diesjährigen Umzug aus dem Vollen schöpfen: Über 50 Gruppierungen wollten am grössten Zentralschweizer Umzug mitmarschieren. Da das Komitee den Zuschauern keinen dreistündigen Umzug zumuten wollte, musste selektioniert werden. Die Auswahl liess sich sehen.

Christbäume und Barbie-Puppen
Den Anfang machte – wie es sich gehört – der Fritschiwagen mit Bruder Fritschi und seiner Angetrauten hoch zu Ross. Nach ein paar wandelnden Christbäumen folgte eine Achtel-Kapellbrücke, gefahren von einem apathischen Waldschrat. Erstes Highlight: Ein pinkfarbenes Schloss umgarnt von tanzenden Barbie-Puppen – die Zunft zu Safran gratulierte damit der «Barbiewält» zum 50. Geburtstag.

Vertreter aus der Märchen- und Comicwelt hatten auffallend viele Auftritte am diesjährigen Umzug: Donald Duck, Werner Beinhart, Asterix und ein Rudel gestiefelter Kater defilierten auf der 1,5 Kilometer langen Strecke zwischen Luzernerhof und Waldstätterstrasse, als gäbe es nichts Schöneres.

Vom Biersterben zu Bankenpleiten
Entgegen den Erwartungen waren viele Sujets zu sehen, die politische oder gesellschaftliche Themen persiflierten: Zum einen wurde das Eichhof-Bier offiziell zu Grabe getragen, zum anderen wurden Harmos, die Stadtluzerner «Fusionitis», der Plan Lumière und das «Russen-Gütsch» fasnächtlich kommentiert.

Eher schlecht weg kamen die Banken (zwei Sujets) und der «Ölseich mit den Ölscheichs», abgeschlossen von einem Riesen-Gaddafi. Am politischsten aber war wohl der Wagen «Affentheater» der Fisigöggeler aus Sursee: «Die grössten Affen stehen im Rampenlicht». Den Abschluss des Umzugs machte das Sujet «Ausbruch der Apokalypse». Zum Glück gabs am Ende noch ein paar Orangen.

Gusti Gretener / Zisch