LUZERN: 300 demonstrieren gegen das Minarettverbot

Nachdem am Sonntag in Luzern 300 Personen an einer «Mahnwache für eine Schweiz ohne Ausgrenzung» teilgenommen hatten, trafen sich am Donnerstagabend noch einmal so viele zu einer Demonstration gegen die Annahme der Minarett-Initiative.

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Kerzen brennen vor der Jesuitenkirche in Luzern: Rund 300 Personen demonstrierten dort gegen das Minarettverbot. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Kerzen brennen vor der Jesuitenkirche in Luzern: Rund 300 Personen demonstrierten dort gegen das Minarettverbot. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Unter der Federführung der Grünen Partei des Kantons Luzern versammelten sich die Protestierenden um 18.30 Uhr vor der Jesuitenkirche, wo sie Kerzen anzündeten.

Während der Luzerner Guido Marfurt mit seiner Teilnahme ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen wollte, ging es der zum Islam konvertierten Sharifa Stefanie Wolf um die Einhaltung der Menschenrechte und die Gleichbehandlung aller Religionen. Die drei Schüler Marash Pulay, Jan Parlevliet und Marc Balzarini waren hingegen «aus Trotz gegen die SVP» gekommen.

Auf Dialog und Respekt setzen
Monique Frey, Co-Präsidentin der Grünen Partei, zeigte sich erfreut über die rund 300 Demonstranten. «Es sind mehr, als wir erwartet haben», sagt sie. Mit der Aktion habe ihre Partei einen Platz schaffen wollen, wo die Gegner der Initiative zusammenstehen könnten. «Wir werden in der Integrationspolitik weiterhin auf Dialog und Respekt setzen», betont sie. Die beiden schweizerisch-ägyptischen Doppelbürger Achmed Ibrahim und Achmed Aly freute es hingegen vor allem, dass die Mehrzahl der Demonstranten Schweizer waren: «Dass sie gekommen sind, ist ein gutes Gefühl», sagt Ibrahim.

cos

Am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung: «Rechtsprofessoren zur Anti-Minarett-Initiative: Vor Bundesgericht fällt das Verbot»