LUZERN: 3,7 Millionen Franken für Giacometti-Büste

Bei einer Auktion hat am Donnerstag eine Schweizerin eine Bronze-Büste von Alberto Giacometti für 3,7 Millionen Franken ersteigert. Die Büste zeigt eine Prostituierte und Geliebte des Bildhauers.

sda/Rem
Drucken
Teilen
Eine Schweizerin ersteigert die Büste für 3,7 Millionen Franken. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Eine Schweizerin ersteigert die Büste für 3,7 Millionen Franken. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Bei der Auktion in der Galerie Fischer in Luzern boten zwei Interessenten am Telefon um die Büste. Die Gebote begannen bei 2,5 Millionen Franken. Eine Käuferin erhielt den Zuschlag schliesslich bei 3 Millionen Franken. Mit Steuern und Aufgeld muss sie total 3,742 Millionen Franken zahlen.

Bei der Käuferin handle es sich um eine über 60-jährige Privatsammlerin aus der Schweiz, sagte Auktionator Kuno Fischer im Anschluss an die Versteigerung. Weitere Angaben zur Käuferin machte Fischer nicht.

Das Objekt wechselte nun bereits achtmal den Besitzer. Vor dem Verkauf in Luzern wurde die Büste 1995 in New York bei Sotheby's für 320'000 Dollar versteigert. Das Objekt sei gut dokumentiert, sagte Auktionator Fischer.

Die 48 Zentimeter hohe Bronzebüste mit grünlich-brauner Patina zeigt «Caroline», eine Prostituierte. Giacometti lernte die damals 21-Jährige 1959 kennen und hatte mit ihr eine Affäre bis zu seinem Tod 1966. Sie stand ihm öfter Modell. Die Büste entstand 1961 und wurde von Giacometti auf der Rückseite signiert.

Alberto Giacometti (1901-1966) aus dem bündnerischen Stampa zählt zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Seine lebensgrosse Skulptur «Schreitender Mann I» war 2010 mit 104,3 Millionen Dollar das zweitteuerste je bei einer Auktion versteigerte Kunstwerk. Nur Pablo Picassos Gemälde «Nackte, grüne Blätter und Büste» erzielte mit 106,4 Millionen Dollar einen höheren Preis.