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LUZERN: 560 neue Magnete für das Bourbaki-Panorama

1997 wurde das Bild auf neue Weise gesichert. Nun werden die 560 Magnete durch die Restauratoren ausgewechselt – auch, weil sie zu stark werden.
Die Restauratoren Liselotte Wechsler und Christian Marty montieren die neuen Magnete am Panoramabild. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 17. Januar 2017))

Die Restauratoren Liselotte Wechsler und Christian Marty montieren die neuen Magnete am Panoramabild. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 17. Januar 2017))

Wer diese Tage das Bourbaki-Panorama besucht, findet eine ungewöhnliche Situation vor: Zwei Restauratoren stehen auf einem Hebekran in zehn Metern Höhe und hantieren am oberen Ende des Rundbildes. Sie wechseln dort kleine rechteckige Magnete aus, die helfen, das 1200 Kilogramm schwere und 1000 Quadratmeter grosse Gemälde zu tragen.

Schon als man vor 20 Jahren begann, das Panoramabild zu restaurieren und das Gebäude umzubauen, waren die beiden Restauratoren Christian Marty und Liselotte Wechsler federführend dabei. «Bevor man mit dem Umbau anfing, mussten wir sicherstellen, dass das Gemälde die bevorstehenden Erschütterungen übersteht», erklärt Marty. Denn das Bild schwebt in der Luft. Es ist oben an einem Holzring angenagelt. Am unteren Ende sorgen über 600 einzelne Gewichte dafür, dass die Leinwand gespannt ist und keine Falten wirft. Um das Gemälde mit der historischen Aufhängevorrichtung zusätzlich zu sichern, haben die Restauratoren eine neue Methode entwickelt: Kleine, starke Magnete – sieben Stück auf einen Meter Breite – und bewegliche Blechgurte klemmen die Leinwand ein und halten sie am Platz. Insgesamt 560 Magnete kommen dabei zum Einsatz.

Neue Technik hat Schule gemacht

«Diese Technik ist reversibel. Damit aber die Halterung auf dem Gemälde keine Spuren hinterlässt, muss säurefreies Papier aufgelegt und die Magnete müssen jährlich versetzt werden», so Liselotte Wechsler. Jetzt, nach 20 Jahren, werden sie erstmals ausgewechselt. «Die Magnete sind mit einem Mantel aus Gummi umhüllt. Daraus treten mit der Zeit die Weichmacher aus, die das Ölbild angreifen können», so Christian Marty. Die Spuren der Weichmacher erkennt man bereits auf dem säurefreien Papier. Ausserdem werden die Magnete mit der Zeit stärker, und der Druck auf die 126 Jahre alte Malerei wächst.

Die Magnettechnik hat Schule gemacht und wird mittlerweile oft bei Restaurierungen von grossformatigen Bildern eingesetzt. Auch ein Panorama in Innsbruck wird neu auf diese Weise gesichert. Und die Restauratoren verwenden die Technik auch, wenn sie beispielsweise Risse in der Leinwand flicken.

Übrigens: Der Holzring, an dem das Bourbaki-Panorama hängt, ist seinerseits an einer Stahlseilkonstruktion befestigt. Bei einem Erdbeben würde das ganze Bild hin und her schwanken. «Eine gute Sicherung ist bei einem Panoramabild sehr wichtig», so Marty, «denn wenn ein Bild herunterfällt, ist es kaum noch zu retten.» Die Leinwand kann nicht nur zerreissen, die Farbe darauf kann auch abblättern, da sie sehr brüchig ist. «Aus diesem Grund müssen wir die Luftfeuchtigkeit bei 60 Prozent halten, denn Feuchtigkeit macht das Malgewebe noch brüchiger», sagt Liselotte Wechsler.

Für das Museum ist es ein Glücksfall, dass die zwei Restauratoren über so lange Zeit den Unterhalt des Gemäldes betreuen. «Die Erfahrung, die sie mitbringen, ist sehr wertvoll», sagt Museumsleiterin Irène Cramm. Sie verrät ausserdem, was mit den alten Magneten geschehen soll: «Sie werden aufgehoben und an einem besonderen Anlass zum Einsatz kommen.»

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

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