LUZERN: 60 Asylbewerber ziehen in den «Löwen» ein

Der Kanton Luzern nutzt das ehemalige Restaurant und Hotel Löwen in Ebikon als Asylzentrum. Bis mindestens März 2016 werden Asylbewerber einquartiert.

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Im Löwen in Ebikon ziehen 60 Asylbewerber ein. (Bild: René Meier)

Im Löwen in Ebikon ziehen 60 Asylbewerber ein. (Bild: René Meier)

Seit Ende November sind die Lichter im Hotel und Restaurant Löwen in Ebikon aus. Das Geschwisterpaar Rosmarie (61) und Robert Fässler (64) gab den Betrieb aus Altersgründen auf (wir berichteten).

Die neue Besitzerin der Liegenschaft, die Pax Liegenschaften AG, plant eine Überbauung. Bis die Überbauung realisiert wird, hat die Firma dem Kanton Luzern das Hotel Löwen als temporäres Asylzentrum für bis zu 60 Personen angeboten. Der Gemeinderat von Ebikon stimmte dieser Nutzung zu.

Bereits vor Ende Jahr zieht eine erste Gruppe von 10 bis 15 Asylbewerbern in die Wohnungen im Löwen ein, wie der Kanton Luzern am Dienstag mitteilt. Danach beziehen bis Mitte Februar maximal 60 Asylbewerber ihr Quartier in den ehemaligen Hotelzimmern. Der Kanton Luzern betreibt das Asylzentrum mindestens bis Ende März 2016. Mit der Zustimmung zum temporären Asylzentrum erfülle die Gemeinde Ebikon ihre Aufnahmepflicht, heisst es weiter. Gemäss kantonalem Verteilschlüssel muss die Gemeinde 47 Asylbewerber aufnehmen.

Caritas übernimmt Betreuung

Für die Betriebskosten sowie die wirtschaftliche Sozialhilfe bleibt der Kanton Luzern zuständig. Für die Führung wird die Caritas Luzern beauftragt. Von der Caritas ist eine Betreuungsperson rund um die Uhr vor Ort. Im ersten Betriebsmonat ist zusätzlich ein privater Sicherheitsdienst für Kontrollgänge in der näheren Umgebung engagiert.

Im «Löwen» sind sowohl Familien wie auch Einzelpersonen untergebracht. Bei ihrem Einzug ins Zentrum haben sie bereits eine erste Eingewöhnungszeit in einem der beiden kantonalen Asylzentren Sonnenhof in Emmenbrücke oder Hirschpark in Luzern hinter sich. Die Asylbewerber stammen vorwiegend aus Eritrea, Syrien, Sri Lanka, Afghanistan und China.

Hinweis: Am Donnerstag, 29. Januar findet von 19 bis 20.30 Uhr in der Aula Wydenhof eine öffentliche Informationsveranstaltung statt. Der Gemeinderat Ebikon sowie der Kanton Luzern informieren über den Zentrumsbetrieb und beantworten Fragen aus der Bevölkerung.

Widerstand kündigt sich an

In der Bevölkerung regt sich bereits Widerstand. Wenige Stunden nach der Bekanntgabe wurde die Facebook-Gruppe «Nein zum Asylzentrum im Löwen» gegründet. Auf der Seite der Gruppe wurden auch fremdenfeindliche Kommentare hinterlassen.

Um sich davon zu distanzieren, hat der anonyme Gruppenadministrator am Dienstagabend eine neue Gruppe unter dem Namen «Ja zum Kulturstandort Löwen» eröffnet, wie er auf Anfrage unserer Zeitung sagte. Zu diesem Zeitpunkt hatte die erste Gruppe bereits über 450 Anhänger.

pd/rem/bev