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LUZERN / AARGAU: Windpark auf dem Lindenberg deutlich kleiner geplant

Zwischen Freiamt und Seetal sollen auf dem Lindenberg künftig Windräder regionalen Strom produzieren. Nun hat die Windpark Lindenberg AG die Bevölkerung informiert. Pikant: Es sollen nur noch halb so viele Anlagen entstehen.
Diese Windkraftanlage besteht bereits: Die Lutersarni der CKW in Entlebuch. Das Bild entstand am Dienstag, 25. August 2015. (Bild: Pius Amrein / LZ (Entlebuch, 25. August 2015))

Diese Windkraftanlage besteht bereits: Die Lutersarni der CKW in Entlebuch. Das Bild entstand am Dienstag, 25. August 2015. (Bild: Pius Amrein / LZ (Entlebuch, 25. August 2015))

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch


Die jüngsten Stürme haben gezeigt, zu welcher Kraft der Wind fähig ist. Diese will die Windpark Lindenberg AG, ein Konsortium aus drei Stromversorgungsfirmen, nutzen. Dazu gehören die AEW Energie AG, die CKW und die SIG (Services industriels de Genève). Sie informierten am Mittwoch in Beinwil über den geplanten Windpark auf dem Lindenberg – an der Grenze zwischen dem Seetal und dem Freiamt.

In der gut gefüllten Turnhalle stand das weitere Vorgehen im Vordergrund. Beim Prozess sollen die Bewohner der drei betroffenen Gemeinden Beinwil (Freiamt), Hitzkirch und Hohenrain in einer moderierten Interessengruppe mitwirken können.

Eine Information liess die Interessierten besonders aufhorchen. So sagte Louis Lutz, Vertreter der Windpark Lindenberg AG: «Ursprünglich haben wir neun bis elf Windanlagen vorgesehen. Abklärungen haben aber gezeigt, dass maximal fünf Anlagen möglich sind.» Auf der Aargauer Seite sollen bis vier Anlagen entstehen, auf Luzerner Boden ist nur noch ein Kraftwerk geplant. Grund für die Halbierung seien Einschränkungen, beispielsweise durch den Militärflugplatz Emmen.

«Der genaue Standort ist noch nicht definiert»

Zum genauen Standort sagt Lutz: «Dieser ist noch nicht definiert. Wir kennen nur das Projektgebiet.» Den Richtplan, in welchem das Gebiet ausgeschieden wurde, hat der Kanton Aargau aber bereits bewilligt. Die Windpark Lindenberg AG ist für das Projekt auf Aargauer Seite zuständig. Sein Pendant auf Luzerner Boden ist die Windenergie Lindenberg AG. Dahinter stehen fünf Landwirte. Die beiden Aktiengesellschaften müssen je ein separates Bewilligungsverfahren durchführen. Lutz sagt aber: «Wir verstehen die Windenergie Lindenberg AG keineswegs als Konkurrenz und stehen im Austausch.»

Auf der Aargauer Seite will die Windpark Lindenberg AG in den nächsten neun bis zwölf Monaten konkret planen. «Frühestens im Herbst 2020 sollen die Standortgemeinden über die nötige Zonenänderung abstimmen», sagt Lutz. «Wir planen das Projekt nicht im stillen Kämmerchen.» So sollen Anwohner, Vertreter der Umweltverbände oder Vereine einbezogen werden. Bis Ende Jahr sind neun Termine für die Begleitgruppe geplant. Darin soll über Themen wie die Windmessungen, die Auswirkungen auf das Grundwasser und die Vögel oder über den Schattenwurf diskutiert werden. Mitte und Ende Jahr wollen die Projektanten weitere Infoanlässe durchführen.

Die Pläne auf Luzerner Seite sind noch nicht so ausgereift, wie es bei Herbert Birrer von der Windenergie Lindenberg AG heisst: «Wir bewegen uns im Windschatten des Aargauer Projekts.» Auch seien die Unsicherheiten auf Luzerner Seite höher, weil das Gebiet für die Windkraft nicht in einem kantonalen Richtplan ausgeschieden worden sei. Die Luzerner sind von den Anlagen auf der anderen Kantonsseite abhängig. Denn ein einzelnes Kraftwerk könne nicht bewilligt werden. «Unsere Anlage soll Teil des Aargauer Windparks werden.» Der gestartete Begleitgruppenprozess gilt für beide Seiten.

«Nun wurde endlich über die Pläne informiert»

Die Besucher loben nach dem Anlass, wie die Bevölkerung eingebunden werden soll, und sind froh, «dass endlich über die Pläne informiert wurde». Lutz: «Mit dieser Vorgehensweise beschreiten wir wohl nicht den einfachsten Weg, aber einen, der eine hohe Transparenz ermöglicht.»

Einige Seetaler vermissen konkrete Informationen über die Luzerner Pläne und befürchten, dass sie zu wenig Mitspracherecht zu den Aargauer Anlagen haben. Ein Interessierter vom Müswanger Berg bezweifelt zudem, dass betreffend Anzahl Anlagen mit offenen Karten gespielt wird.

Heiri Knaus präsidiert den Verein Pro Lindenberg. Er hält die Reduktion der Windräder «für eine rein taktische Massnahme». Grundsätzlich lobt er den Anlass: «Die Projektanten haben aufgezeigt, dass sie an einem Austausch interessiert sind.» Gleichzeitig sagt er: «Fatal ist, dass drei bis vier Anlagen hart an der Luzerner Grenze zu stehen kommen, der politische Prozess aber lediglich im Kanton Aargau ablaufen wird.» Ähnlich klingen die Bedenken bei der Interessengemeinschaft gegen den Windpark Lindenberg. Das Projekt dürfte auch künftig im Gegenwind stehen. Der Müswanger Alfred Gloor kündigt an: «Wir müssen gegen dieses unsinnige Projekt ankämpfen. Der Lindenberg hat kein Windpotenzial.»

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