LUZERN: Abwasserkanal soll zur Energiequelle werden

Wärme aus dem Abwasserkanal Löwengraben/Grabenstrasse könnte den Wärmeverbrauch von 430 Wohnungen abdecken. An eine geplante Wärmerückgewinnung will die Stadt Luzern zwei Schulhäuser anschliessen. Doch das ist vielleicht nur der erste Schritt.

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Das Abwassersystem (im Bild der Sammelkanal Grendel, 2010 inspiziert von Walter Scheuber) kann viel Abwärme liefern. (Archivbild Manuela Jans / Neue LZ)

Das Abwassersystem (im Bild der Sammelkanal Grendel, 2010 inspiziert von Walter Scheuber) kann viel Abwärme liefern. (Archivbild Manuela Jans / Neue LZ)

Zur Zeit wird der Abwasserkanal im Löwengraben und in der Grabenstrasse in Luzern saniert. In diesem Zusammenhang plant das Energie- und Wasserunternehmen ewl, die Wärme des Abwassers zu nutzen. Der Stadtrat möchte nun die beiden Schulanlagen Mariahilf und Musegg an das Abwasserwärmenetz anschliessen. Deshalb beantragt er beim Grossen Stadtrat, den Wärmelieferverträgen mit ewl zuzustimmen und einen Investitionsbeitrag von 1,175 Millionen Franken zu bewilligen.

Der Stadtrat legt dem Parlament eine überarbeitete Vorlage zur Abwasserwärmenutzung Löwengraben vor. Die Vorlage wurde aufgrund von Einwänden der Baukommission angepasst. Neu will sich der Stadtrat mit einer Million Franken an den Investitionskosten beteiligen. Hinzu kommen 175‘000 Franken für Anpassungsarbeiten an der Wärmeverteilung der beiden Schulhäuser. Dank des städtischen Investitionsanteils können die jährlichen Kosten um 24 Prozent auf 236‘000 Franken gesenkt werden.

REAL-Topf steht nicht zur Verfügung

Gelder aus der Überfinanzierung des Abfall-Gemeindeverbands REAL (Recycling Entsorgung Abwasser Luzern) können gemäss Stadtrat nicht beansprucht werden. Er stützt sich dabei auf ein juristisches Gutachten. Dieses kam zum Schluss, dass die Gelder nur im Zusammenhang mit der Entsorgung von Abfällen verwendet werden dürfen.

Für eine weitere Nutzung des Abwasserwärmenetzes kommen vier weitere städtische Liegenschaften in Frage. Weil ein Anschluss einzelner Häuser nicht wirtschaftlich sei, werde zurzeit abgeklärt, ob private Eigentümerinnen und Eigentümer in der Nachbarschaft ebgenfalls für einen Anschluss bereit seien, schreibt der Stadtrat. Im Vollausbau soll die Abwasserwärmenutzung den Wärmeverbrauch von etwa 430 Haushaltungen abdecken.

Das Stadtparlament wird die Vorlage zur Abwasserwärmenutzung voraussichtlich am 11. Juni behandeln.

pd/cv