LUZERN: Adressbuchschwindel – 9 Personen verhaftet

Wegen Verdacht auf «Adress­buch­schwindel» wurden in den Kanto­nen Luzern, Zug, Appenzell und St. Gallen Hausdurch­suchungen durchgeführt. Neun Personen wurden festgenommen.

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Adressbuchschwindel: Massen­versand mit Folgen. (Symbolbild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Adressbuchschwindel: Massen­versand mit Folgen. (Symbolbild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Das Kantonale Untersuchungsrichteramt Luzern führt wegen Verdacht auf «Adress­buchschwindel» gegen diverse Firmen und Personen aus mehreren Kantonen der Schweiz Strafuntersu­chungen durch.

In diesem Zusammenhang wurden gestern Mittwoch in den Kantonen Lu­zern, Zug, Appenzell und St. Gallen Hausdurchsuchungen durchgeführt. 9 Personen wurden vorübergehend festgenommen. 6 Personen wurden in Untersuchungshaft versetzt, wie die Strafuntersuchungsbehörden Luzern in einer Mitteilung schreiben.

Verdacht auf unlauteren Wettbewerb und Betrug
Den Angeschuldigten wird vorgeworfen, dass sie weltweit Firmen mit Massensendungen anschreiben. Dabei wird vorgegeben, dass die kontaktierten Unternehmungen gratis in einem Branchenverzeichnis erscheinen können.

Entgegen ihrem Willen schliessen sie jedoch durch das Ausfüllen und/oder Unterschreiben des Formulars einen Vertrag für mehrere Jahre ab und werden damit kostenpflichtig. Die Formulare sind optisch und inhaltlich so gestaltet, dass sie geeignet sind, den Leser irrezuführen. Werden die vertraglichen Gebühren nicht bezahlt, so geht der Vertrag laut Mitteilung der Strafuntersuchungsbehörden an ein Inkassounternehmen, welches Druck auf die Schuldner ausübt, um die Zahlungen zu erwirken.

Hausdurchsuchungen in fünf Kantonen
Das Kantonale Untersuchungsrichteramt Luzern führte in Zusammenarbeit mit den zuständigen Polizeikorps Anfang Juni bei den verantwortlichen Firmen NovaChannel AG (Luzern), Ovag International AG (Meggen), Intercable Verlag AG (Hünenberg), Premium Recovery AG (Cham), Maiwolf Holding AG (Appenzell) und bei Privatpersonen Hausdurchsuchungen durch. In den Firmen hat die Polizei umfassendes Beweismaterial sichergestellt, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Hausdurchsuchungen bereits im Jahr 2005
Bei mehreren der betroffenen Firmen wurden bereits im Jahr 2005 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Nachdem die Firmen aber scheinbar weiterhin ihren mutmasslich unlauteren Tätigkeiten nachgegangen sind, wurde die zusätzliche Aktion im Juni 2009 durchgeführt.

Vorgehen für Geschädigte
Weltweit sind Tausende von Personen betroffen, insbesondere aus Osteuropa, Belgien, Deutschland, Frankreich und England werden regelmässig Beschwerden an die Luzerner Behörden weitergeleitet. Das Einsenden weiterer Beschwerden ist nicht nötig, teilen die Strafuntersuchungsbehörden Luzern mit.

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