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LUZERN: Alters- und Pflegeheime: Aufenthaltsdauer auf Rekordtief

Späterer Eintritt, kürzerer Aufenthalt: Im kantonalen Durchschnitt leben Senioren nur noch 1,7 Jahre im Heim. Der Heimverband fordert einen Paradigmenwechsel.
Niels Jost
Senioren im Wohn- und Pflegezentrum Lippenrüti in Neuenkirch. Bild: Nadia Schärli (Neuenkirch, 23. Mai 2016)

Senioren im Wohn- und Pflegezentrum Lippenrüti in Neuenkirch. Bild: Nadia Schärli (Neuenkirch, 23. Mai 2016)

4700 Luzerner lebten letztes Jahr in einem der 64 Alters- und Pflegeheime oder im Kloster. Das zeigen die neusten Zahlen von Lu­stat Statistik Luzern. Sie zeigen ebenso auf, dass der durchschnittliche Aufenthalt 1,7 Jahre dauerte – rund zwei Monate weniger lang als noch im Jahr zuvor (siehe Grafik). Gemäss Lustat ist diese Verkürzung insbesondere darauf zurückzuführen, dass auch die Dauer der Langzeitaufenthalte rückläufig ist. Letztes Jahr betrug sie im Schnitt 2,6 Jahre, 2014 noch 2,8 Jahre. Eine weitere Erklärung für diesen Trend dürfte sein, dass die Betagten immer später ins Heim ziehen – und sich die Langzeitaufenthalte damit insgesamt verkürzen. 2015 waren die Personen, die in ein Heim zogen, im Schnitt 82,5 Jahre alt, 2014 noch 82,3 Jahre.

Hinzu kommt: Es gibt immer mehr Personen, die nur vorübergehend in ein Alters- oder Pflegeheim eintreten – also in die Kurzzeitpflege. So zählte man letztes Jahr mehr Eintritte als jemals zuvor während der letzten zehn Jahre, nämlich rund 2870. Im Jahr 2014 waren es knapp 300 weniger. Zudem verbrachte mehr als jeder Dritte nur gerade durchschnittlich vier Wochen in einem Heim. Ähnliche Erfahrungen macht auch Roger Wicki, Präsident von Curaviva Luzern, dem Kantonalverband der Pflegeheime, im Haus für Pflege und Betreuung Seeblick in Sursee: «Bis dato zählten wir dieses Jahr 130 Austritte, wovon 84 Personen wieder nach Hause gingen.» Insgesamt bietet der «Seeblick» Platz für 76 Personen. «Wer früher in ein Heim eingetreten ist, ist auch geblieben. Heute kehrt man oftmals nach einem Spitalaufenthalt wenn möglich nach Hause zurück.» Weil immer mehr Personen in der Kurzzeitabteilung wohnen, drohen laut Wicki vor­übergehend unbelegte Betten (Ausgabe von Montag). Damit steigt das unternehmerische Risiko. «Die Langzeitpflege ist stabiler: Die Einstellung von Personal und die Verteilung der Betten lassen sich besser planen.» Die vielen Austritte bedeuten zudem einen grösseren administrativen Aufwand. Mit den Kurzzeittaxen von 10 bis 30 Franken pro Tag könne das derzeit noch aufgefangen werden.

Obwohl die Aufenthaltsdauer insgesamt rückläufig ist, «gibt es nach wie vor viele ältere Personen, die lange Zeit in einem Alters- oder Pflegeheim wohnen», sagt Roger Wicki. Für ihn ist deshalb klar: Die Aufenthaltsdauern in der Langzeit- und der Kurzzeitpflege müssen isoliert betrachtet werden, wie etwa in Nid- und Obwalden.

Städter künftig weniger lang in Heimen

Für Wicki ist aber ebenso klar, dass auch künftig viele Personen nur vorübergehend in einem Heim wohnen werden. Dieser Trend werde sich in den städtischen Gebieten akzentuieren. Denn in dichter besiedelten Ortschaften sind mehr Angebote der Spitex oder einer 24-Stunden-Betreuung vorhanden. Somit werden die dortigen Senioren eher länger zu Hause wohnen. Anders wird sich das vermutlich auf dem Land entwickeln: Dort sei das Angebot der Spitex oder auch das «Wohnen mit Dienstleistungen» noch weniger ausgebaut, sodass man sich schneller für einen Heimeintritt entscheiden wird – und dort wohl auch länger bleiben wird. Deshalb rät Curaviva von der aktuellen Praxis «ambulant vor stationär» künftig ab. «Es muss ein Wechsel zu ambulant und stationär stattfinden.» Die Langzeitpflege dürfe nicht gegen die Spitex oder ­andere Angebote ausgespielt werden. «Es braucht einen gemeinsamen Weg.»

Aus der neuesten Lustat-Statistik ist weiter zu entnehmen, dass knapp jeder dritte Heimbewohner einen hohen Pflegebedarf der Stufe 8 bis 12 hat – wobei 12 die höchste Stufe ist. Das entspricht einer täglichen Pflege von mehr als 2 Stunden und 20 Minuten. Laut Wicki ist die Anzahl Heimbewohner mit dieser Pflegebedürftigkeit über die Jahre konstant geblieben. «Personen benötigen vom Ein- bis zum Austritt oder Tod selten eine intensivere Pflege.» Der Gesundheitszustand verschlechtere sich über die Aufenthaltsdauer also oftmals nur im geringen Masse. Die durchschnittliche Pflegestufe liege im Kanton Luzern zwischen 5 und 6, was rund eineinhalb Stunden pro Tag entspricht.

Niels Jost

Bild: Grafik LZ

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