LUZERN: Altstadtschulhäuser mit Abwasserwärme heizen

Der Luzerner Stadtrat möchte die beiden Schulhäuser Mariahilf und Musegg mit Wärme aus dem Abwasser der Altstadt heizen. Er beantragt dem Parlament, einem Liefervertrag mit energie wasser luzern (ewl) zuzustimmen. Die Wärmekosten liegen bei 334'000 Franken pro Jahr.

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Das Schulhaus Musegg soll künftig mit Wärme aus Abwasser geheizt werden. (Bild: Archiv Neue LZ)

Das Schulhaus Musegg soll künftig mit Wärme aus Abwasser geheizt werden. (Bild: Archiv Neue LZ)

Hinzu kommt ein einmaliger Kredit von 175'000 Franken für die Planung, Anpassungsarbeiten und Demontagen von Anlagen, wie die Stadt Luzern am Donnerstag mitteilte. Die Wärmelieferung soll ab Herbst 2016 zur Verfügung stehen.

Die Nutzung von Abwärme für die beiden Schulhäuser sei aus ökologischer und volkswirtschaftlicher Sicht die beste und nachhaltigste Lösung, schreibt der Stadtrat. Gegenüber den heutigen Gasheizungen liessen sich pro Jahr über 325 Tonnen Kohlendioxid oder 103 Tonnen Heizöl einsparen.

Eine Erdsonden-Wärmepumpe, eine Pelletheizung oder eine Solaranlage kommen laut Stadtrat für eine Heizung nicht in Frage. Grund sind der Denkmalschutz und die beschränkten Zufahrtsmöglichkeiten in der Altstadt.

Die beiden Schulhäuser sollen in zwei Etappen an ein von ewl geplantes Abwasserwärmenetz angeschlossen werden. In einer ersten Etappe wird die Abwasser-Wärmepumpe im Schulhaus Musegg installiert. In einer zweiten Etappe werden nach Ablauf der noch rund zehn Jahre andauernden Nutzungsdauer zwei Gaskessel im Schulhaus Musegg ersetzt.

Derzeit wird ein Abwasserkanal im Löwengraben und in der Grabenstrasse saniert. Danach sollen in den 313 Meter langen Kanal einbetonierte Wärmetauscher dem Abwasser die Wärme entziehen. (sda)