LUZERN: Alzheimervereinigung fordert Marschhalt

Die Revision des Pflegefinanzierungsgesetzes soll so lange sistiert werden bis klar ist, wie die «Nationale Demenzstrategie» im Kanton Luzern umgesetzt wird. Das fordert die Schweizerische Alzheimervereinigung Luzern.

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Symbolbild Keystone

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Die Schweizerische Alzheimervereinigung Luzern kritisiert in ihrer Vernehmlassungsantwort an den Kanton, dass die vorliegende Gesetzesrevision viel zu stark auf den stationären Bereich beziehungsweise auf die Heime fokussiert ist. Dem vielzitierten und vielgelobten Grundsatz «ambulant vor stationär» wird in der Gesetzesrevision kaum Rechnung getragen, schreibt die Vereinigung in einer Medienmitteilung vom Montag. Wie eine adäquate ambulante (häusliche) Betreuung und Pflege sichergestellt und finanziert wird, sei nicht ersichtlich. Das sei indessen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zentral.

Stossende Demenzzuschläge

Die Demenzzuschläge, die von Heimen erhoben werden, sind der Schweizerischen Alzheimervereinigung Luzern ein besonderer Dorn im Auge. Demenzbetroffene und ihre (mitzahlenden) Angehörigen würden damit eine Diskriminierung erfahren, heisst es in der Mitteilung weiter. Ungedeckte Kosten im Zusammenhang mit demenziellen Erkrankungen dürften nicht auf Heim- Bewohner überwälzt werden. In einem neuen Betreuungs- und Pflegegesetz müsste diese Diskriminierung zwingend aus der Welt geschafft werden.

Bericht soll aufklären

Im Zuge der Umsetzung der «Nationalen Demenzstrategie» im Kanton Luzern und mit Blick auf ein revidiertes beziehungsweise neues Betreuungs- und Pflegegesetz erwartet die Schweizerische Alzheimervereinigung Luzern vom Kanton Luzern eine Analyse. Der Bericht soll unter anderem die Lage und die Versorgung von Demenzbetroffenen und ihren Angehörigen im Kanton Luzern möglichst lückenlos aufzeigen.

pd/zim