LUZERN: Ammoniakemissionen der Luzerner Landwirtschaft weiterhin zu hoch

Die bisherigen Massnahmen reichen nicht, um die Ammoniakemissionen der Luzerner Landwirtschaft ausreichend zu senken. Nun muss der Teilplan Ammoniak des kantonalen Luftreinhalteplans umfassend überarbeitet werden.

Drucken
Teilen
Symbolbild: Ein Landwirt bringt Gülle mit einem Schleppschlauch aus. (Bild: Nadia Schärli LZ)

Symbolbild: Ein Landwirt bringt Gülle mit einem Schleppschlauch aus. (Bild: Nadia Schärli LZ)

Dank der Einführung des Schleppschlauchs zum Ausbringen der Gülle und dank baulichen Massnahmen bei Stallneubauten konnte die Luzerner Landwirtschaft die Ammoniakemissionen gegenüber 2007 um 4,5 Prozent reduzieren. Die Reduktion ist allerdings zu gering, um sie mit Immissionsmessungen nachweisen zu können. Es zeichnet sich ab, dass die Ziele des Massnahmenplans bis 2020 nicht erreicht werden, heisst es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei Luzern vom Mittwoch.

Grund dafür sind die konstant hohen Tierbestände im Kanton Luzern und die Umstellung auf Laufhöfe. Die Rindvieh- und Schweinebestände haben zwischen 2000 und 2008 zugenommen und sind seit 2008 auf hohem Niveau stabil. Zur Verbesserung des Tierwohls wurden zudem viele Ställe in Laufhöfe umgebaut. In Laufhöfen haben die Tiere zwar eine grössere Bewegungsfreiheit, die Vergrösserung der verschmutzten Flächen verstärkt jedoch die Ammoniakemissionen. Vor diesem Hintergrund zeigen die bisherigen Massnahmen des Luftreinhalteplans eine zu geringe Wirkung.

Verschärfte Massnahmen notwendig

Der Kanton Luzern beabsichtigt deshalb, den Teilplan Ammoniak zusammen mit der Landwirtschaft umfassend zu überarbeiten und die aktuellen Massnahmen zu verschärfen. Dabei sollen die bisherigen Erfahrungen und die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung berücksichtigt werden.

pd/zim

So Schädlich ist Ammoniak für die Umwelt

pd. Ammoniak stammt zu 90 Prozent aus der tierhaltenden Landwirtschaft. Die Freisetzung von Ammoniak in die Luft hat zur Folge, dass Wälder, Moore und andere Ökosysteme mit Stickstoff belastet werden. Eine übermässige Stickstoffbelastung vermindert die Artenvielfalt, führt zu Bodenversauerung und gefährdet langfristig die Grundwasserqualität.

Im Kanton Luzern ist die Nutztierdichte überdurchschnittlich hoch. Die maximalen Stickstoffwerte gemäss Bundesumweltrecht werden in der Folge deutlich überschritten. Der Luzerner Regierungsrat hat deshalb 2007 den Teilplan Ammoniak des Massnahmenplans Luftreinhaltung in Kraft gesetzt. Die Massnahmen haben zum Ziel, die Ammoniakemissionen bis 2020 um 20 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent gegenüber dem Mittel der Jahre 2000 bis 2010 zu senken.