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LUZERN: An der Määs wird der Spieltrieb geweckt

Neben den grossen Bahnen sind die vielen kleinen Spielstände das Herz des Lunaparks, der am Samstag eröffnet wurde. Drei Budenbetreiber geben Tipps, wie man die heiss begehrten Plüschtiere, Plastikrosen oder gar Drohnen gewinnen kann.
Andreas Bättig
Beim Spielestand von Esthi Stey ist Geschicklichkeit gefragt. (Bild: Nadia Schärli/LZ)

Beim Spielestand von Esthi Stey ist Geschicklichkeit gefragt. (Bild: Nadia Schärli/LZ)

Andreas Bättig

redaktion@zentralschweizamsonntag.ch

Am Spielstand von Marco Gottardi verzweifeln viele. Denn sein Spiel sieht so einfach aus und ist doch so schwer. Eine kleine Holzkugel muss so in einen Eimer geworfen werden, dass sie drin bleibt. Die Krux: Nur wer im richtigen Winkel und im richtigen Bogen wirft, bei dem bleibt die Kugel auch drin. Sonst spickt sie wieder heraus. Es sind solche kleine Stände, die neben den grossen Bahnen den Charme der Määs ausmachen. An ihnen kann sich Gross und Klein austoben. Got­tardi, 49 Jahre alt und aus Wetzikon, ist Schausteller in vierter Generation. Den Kugel-Stand mit dem Namen «Star Game» betreibt er seit zehn Jahren. Abends funkelt und leuchtet die kleine Bude. An diesem Samstagnachmittag sind viele der 800 Lichter aus, doch zu überhören ist der Stand nicht. «Gewonnen, gewonnen, gewonnen» dröhnt aus den Lautsprechern, wenn einer die Kugel versenken konnte.

Einen Franken kostet ein Versuch. Wer getroffen hat, der kann einen Preis aussuchen oder die Punkte sammeln und sie am Ende der Määs oder gar nach mehreren Jahren einlösen. Zu gewinnen gibt es zum Beispiel MP3-Player, Plüschtiere, ferngesteuerte Helikopter oder gar Drohnen. Um diese einheimsen zu können, muss man laut Gottardi locker ans Spiel herangehen. Sein Spruch für den perfekten Wurf lautet: «Locker vom Hocker, von unten nach oben im Bogen und nicht schielen beim Zielen.»

Es sei wichtig, dass man die Kugel nahe am Rand platziert und nicht gleich hinein in den Eimer wirft. «Kinder sind oft besser als die Erwachsenen. Weil sie nicht zu viel überlegen und einfach mal machen», sagt Gottardi, der gern selber vorzeigt, wie man es richtig macht. «Ich freue mich ja, wenn jemand etwas gewinnt. Das ist auch wichtig, weil so sehen die Leute, dass man beim Spiel tatsächlich gewinnen kann.»

Bei «Woody Peng» ist der Wurm drin

Auch beim Spielestand von Esthi Stey ist Geschicklichkeit gefragt. An ihrer Bude mit dem Namen «Woody Peng» müssen 49 Plastik-Würmer, die aus unterschiedlichen Löchern raufkommen, mit einem Hammer niedergeschlagen werden. Seit 17 Jahren ist die 44-jährige Zürcherin Schaustellerin. Ein Spiel kostet 4 Franken, drei Spiele 10. Auch hier können die Punkte gesammelt und erst später eingelöst werden. «Manche Kinder kommen am Ende der Määs voller Freude mit all ihren gesammelten Punkten zu mir, um einen der grossen Preise aussuchen zu können.» Bei ihr gibt es Plüschtiere zu gewinnen. Und das in allen Variationen. Heuer seien besonders die Drachen begehrt. Stey hat viele Stammkunden, die ihr mit den Jahren ans Herz gewachsen sind und umgekehrt. Damit man einen grossen Preis gewinnen kann, ist es laut Stey wichtig, sich auf die Mitte des Spielfelds zu konzentrieren und sich nicht ablenken lassen. «Die Würmer erscheinen immer im gleichen Rhythmus. Man muss versuchen, den beizubehalten.»

Wenn es um Spielstände geht, darf auch der Klassiker nicht fehlen: der Schiessstand. «Treffpunkt» heisst jener, der von Brigitte Jolliet betrieben wird. Hier kann auf Blechhasen, auf Zielscheiben, auf Plastikplättchen aber auch auf Rosen geschossen werden. Jolliet, Luzerner Schaustellerin in vierter Generation, steht schon ihr Leben lang in der Schiessbude. Entsprechend viel hat sie schon erlebt. Nicht immer händigt die 54-Jährige eines der Diana-Luftgewehre, die übrigens alle exakt eingestellt seien und nicht etwa extra krumm, wie manche behaupten, an Kunden aus. Ist einer zu betrunken, kriegt er kein Gewehr. Die meisten würden sich aber anständig benehmen. Insbesondere die Männer würden oft für einen Franken pro Versuch auf die Rosen schiessen. «Das kam früher mehr vor. Da waren die Männer romantischer.» Aber auch Frauen liessen die Romantik teils vermissen. «Manchmal reagieren sie etwas kühl, wenn sie die Rose bekommen», sagt Jolliet. Sie sage dann, dass der Schütze sicher einen «Schmutz» verdient hat.

Bild: Nadia Schärli/LZ

Bild: Nadia Schärli/LZ

Bild: Nadia Schärli/LZ

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