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LUZERN: Angy Burri ist tot

Der Indianerfreund und Musiker Angy Burri ist tot. Er ist im Alter von 74 Jahren an Herzversagen verstorben.
Angy Burri auf seiner Harley-Davidson in einer Aufnahme aus dem Jahr 2011. (Archivbild Neue LZ)

Angy Burri auf seiner Harley-Davidson in einer Aufnahme aus dem Jahr 2011. (Archivbild Neue LZ)

Das bestätigte Burris Familie auf Anfrage von Radio Pilatus. Burri sei am Sonntagmorgen im Spital Wolhusen an Herzversagen verstorben.

Burri hatte schon länger Herzprobleme. 2010 musste er sich einer schweren Herzoperation unterziehen. Bei seinem letzten Auftritt im November im Albisgüetli in Zürich hatte er einen stillen Herzinfarkt erlitten. Vor zwei Jahren sagte Burri in einem Interview mit der Neuen Luzerner Zeitung: «Die Ärzte haben gesagt, ich sei ein medizinisches Phänomen, andere würden in diesem Zustand auf dem Schragen liegen, und du rennst noch herum!»

Burri war neben seinen Film- und Musikprojekten bekannt als Freund der Indianer und galt in Luzern längst als Original. Er bewegte sich sowohl auf der Bühne als auch im Privatleben meist in der traditionellen Kleidung der Indianer und war mit seiner Harley-Davidson unterwegs.

Angy Burri in einer Aufnahme auf dem Jahre 2011. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burri besichtigt am 2. April 2004 eine seiner Lieblingspistolen, die Colt Walker 1847, anlässlich der Eröffnung der Waffen-Sammlerbörse auf der Luzerner Allmend. (Bild: Keystone)
Angy Burri schöpft 2009 auf dem Luzerner Kapellplatz Suppe. Der Erlös kommt den Schweizer Tafeln zugute. (Bild: Neue LZ)
Angy Burri mit seiner Enkelin Melanie (links) und Jil bei der Eröffnung seiner Ausstellung in der Kornschütte. (Bild: Neue LZ)
Angy Burris Ausstellung «Meine Träume habe ich mir immer selbst gemacht», 2009 in der Kornschütte. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burris Ausstellung «Meine Träume habe ich mir immer selbst gemacht», 2009 in der Kornschütte. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burris Ausstellung «Meine Träume habe ich mir immer selbst gemacht», 2009 in der Kornschütte. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burris Ausstellung «Meine Träume habe ich mir immer selbst gemacht», 2009 in der Kornschütte. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burris Ausstellung «Meine Träume habe ich mir immer selbst gemacht», 2009 in der Kornschütte. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burris Ausstellung «Meine Träume habe ich mir immer selbst gemacht», 2009 in der Kornschütte. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burri 2009 auf dem Schwanenplatz in Luzern. (Archivbild Boris Bürgisser / Neue LZ)
Angy Burri im Jahr 2000 bei einem Auftritt auf der Allmend. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burri zuhause in seiner Wohnung in Horw. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burri am Westernball in Luzern. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burri an einer Erzählnacht in einem Zelt. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burri beim 16. Westernball im März 1995 auf der Luzerner Allmend. (Bild: Keystone/Str)
Angy Burri, aufgenommen auf seiner Harley Davidson, im Oktober 1988 im Verkehrshaus Luzern. (Bild: Keystone/Str)
17 Bilder

Angy Burri in Bildern

Angy Burri wurde 1939 in Cham geboren und entdeckte schon in frühen Kindesjahres seine Leidenschaft für die Ureinwohner Amerikas. Wie sich zeigte, «sollten ihm seine vielfältigen Talente dabei helfen, seine tiefe Passion für die indianische Lebensweise in den verschiedensten Formen zum Ausdruck zu bringen», heisst es auf der Homepage seiner Band.

Viel Aufmerksamkeit erregte Burri mit seiner Band The Apaches, welche aus der in den 60er Jahren gegründeten Band The Thunderbeats hervorging und sich thematisch ganz dem Wilden Westen verschrieb. Zwischen 1974 und 1979 produzierte Burri den Film «The Wolfer», der als erster Schweizer Western gilt. Für den Film baute «Big Angy» zwischen 1975 und 1979 auf dem Glaubenberg die Kulissen, entwarf zusammen mit seiner Frau Sonja die Kostüme, schrieb den Titelsong und wirkte als Regisseur und Hauptdarsteller. 1978 lancierte er den Luzerner Westernball, der bis in die 2000er-Jahre Bestand hatte.

1983 erschien das selbstbetitelte Debutalbum von The Apaches, dessen Single School Days es bis auf Platz 6 der Hitparade schaffte. Das 1990 erschienene zweite Album Hokahe erklomm im Nu den zehnten Platz der Album-Charts. Das Album wurde später mit Gold ausgezeichnet. Angy Burri veröffentlichte mit seiner Band insgesamt fünf Alben.

Erst 1988 bereiste Burri erstmals die USA. In den folgenden Jahren besuchte er Indianergebiete in Montana, Colorado, South Dakota und Wyoming und nahm mit seiner Pferdesattel-Harley, in Indianer- und Westernkleidung mit einem Fuchskopf und Adlerfedern auf dem Helm, an Bikertreffen teil.

2006 wurde Angy Burri im Rahmen einer Ausstellung des Historischen Museums Luzern über die Luzerner Jugendszene zwischen 1950 und 1980 als «bekanntester Repräsentant der Luzerner Szene» geehrt. Zu seinem 70. Geburtstag 2009 würdigte die Stadt Luzern Angy Burri für seinen Einfluss auf die Jugendkultur mit der Ausstellung «Meine Träume habe ich mir selbst gemacht».

Im Sommer 2013 übernahm Angy Burri eine neue Heldenrolle. Zusammen mit dem Studenten Dominik Suppiger realisierte er den Film «Der Cowboy und ich» als Abschlussarbeit in der Studienrichtung Video der Hochschule Luzern.

Mit Sonja vereint

Vor seiner doppelten Bypass-Operation 2010 konsultierte Burri seine 2006 verstorbene Frau Sonja via Medium. «Sie hat mir gesagt, dass ich noch einiges zu erledigen habe auf dieser Seite und dass ich darum nicht gehen darf», erzählte der Stadtindianer damals der «Neuen Luzerner Zeitung». Und tatsächlich schwang er sich noch einmal in den Sattel.

sda/rem

Angy Burri auf seiner Harley-Davidson. (Archivbild Neue LZ)

Angy Burri auf seiner Harley-Davidson. (Archivbild Neue LZ)

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