LUZERN: Anwohner wehren sich gegen «Spange Nord»

Der geplante Strassenbau zwischen Schlossberg, Friedental und Flühmühle stösst bei den bereits heute verkehrsgeplagten Anwohnern auf Widerstand. Sie starten eine Unterschriftensammlung in Form einer Volksmotion, damit sich die Stadt bei Bund und Kanton gegen die «Spange Nord» einsetzt.

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Beim Schlossberg ist eine Verkehrsführung mit einer Einbahnführung im Kreisverkehr geplant.

Beim Schlossberg ist eine Verkehrsführung mit einer Einbahnführung im Kreisverkehr geplant.

Mit dem Gesamtprojekt «Bypass, Spange Nord und Busspuren» wollen Bund und Kanton das Luzerner Stadtzentrum vom Durchgangsverkehr entlasten. Nun hat sich im Gebiet Schlossberg, Friedental, Fluhmühle ein Anwohner-Komitee organisiert, welches sich «gegen die quartier-zerstörende Wirkung der ‹Spange Nord›» zur Wehr setzt, heisst es in einer Medienmitteilung von Montag. Das Komitee setzt sich zusammen aus Vorstandsvertretern der betroffenen Quartiervereine Maihof, Hochwacht und Udelboden und wird unterstützt von betroffenen Grundeigentümern und Gewerbetreibenden.

Die «Spange Nord» beinhaltet eine mehrspurige Strasse, welche bis zu 20‘000 Autos mehr pro Tag mitten durch Wohnquartiere führen soll. Ein «Einbahnkreisel» am Schlossberg wird nach Ansicht des Komitees zu Umwegverkehr führen, der Pausenplatz des Maihof-Schulhauses würde verkleinert, mehrere Wohnhäuser und Gewerbebetriebe sowie grosse, alte Stadtbäume müssten weichen. Zudem würde eine neue, hohe Brücke über die Reuss die dortige Naherholungslandschaft massiv beeinträchtigen.

Die Anwohner starten nun eine Unterschriftensammlung für eine Volksmotion, in der sie den Stadtrat auffordern, sich bei Bund und Kanton für die Lebensqualität in den städtischen Wohnquartieren einzusetzen. Angeregt wird, zuerst mit punktuellen Massnahmen (Busspuren, Optimierung Verkehrs-Management, Verlegung der Car-Parkplätze Löwenplatz und Schwanenplatz) eine Lösung zu finden. Ansonsten soll ein weitgehender unterirdischer Strassenbau (Tunnel-Lösung) realisiert werden.

Für die Volksmotion müssen bis Ende August mindestens 100 Unterschriften von Stadtluzerner Stimmberechtigten gesammelt sein.

pd/zim