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LUZERN: Apotheken zählen auf Touristen

In der Altstadt gibt es erstaunlich viele Apotheken und Drogerien. Sie konnten sich inmitten von Uhren- und Kleiderketten behaupten – weil sie von ihnen profitieren.
Sandra Monika Ziegler
Mitarbeiterin Rahel Bachmann beim Einräumen von Medikamenten in der See Apotheke. (Bild: Dominik Wunderli)

Mitarbeiterin Rahel Bachmann beim Einräumen von Medikamenten in der See Apotheke. (Bild: Dominik Wunderli)

Sandra Monika Ziegler

Die Mieten in der Luzerner Altstadt sind für kleine Geschäfte kaum noch erschwinglich. Mit der Folge, dass sich Uhren- und Kleidergeschäfte immer mehr ausbreiten (Ausgabe vom Montag). Doch noch gibt es etliche Kleingewerbler und lokale Anbieter in der Altstadt – selbst an den Top-Lagen. Besonders hervor stechen dabei die Apotheken und Drogerien, von denen es in der Altstadt nicht weniger als fünf gibt. Wie schaffen sie es, mitten unter internationalen Modeketten und Bijouterien zu überleben?

Beliebter Hauslieferdienst

Bereits seit 1843 existiert am Kapellplatz die See-Apotheke. Damals trug sie noch den Namen «pharmacie du lac». Heute kümmert sich das Apothekerpaar Balthasar und Kristina Schmid mit einem 25-köpfigen Team um das Wohl der Kunden. Die Lage am Kapellplatz gehört zu den renommiertesten und begehrtesten Plätzen der Stadt. Das Apothekerpaar ist in der glücklichen Lage, Miteigentümer der Liegenschaft zu sein. Damit entfällt die Gefahr, eines Tages wegen überhöhter Mietzinse das Geschäft aufgeben zu müssen. «Das ist sicher ein Vorteil und sichert das Bleiben», sagt Kristina Schmid. Marketingmässig arbeiten sie zwar mit der Top­pharm AG zusammen. Als unabhängige Apotheke bestimmen sie ihr Sortiment aber selber. Schmid erklärt: «Werden Produkte länger als sechs Monate nicht gross nachgefragt, werden sie nicht mehr an Lager gehalten, sondern müssen bestellt werden.» Deshalb wurde auch der kostenfreie Hauslieferdienst geschaffen. «Das wird geschätzt. Es gibt Tage mit bis zu 25 Auslieferungen», sagt Kristina Schmid. Eine weitere Spezialität ist die reisemedizinische Beratung. Schmid: «Hier arbeiten wir eng mit lokalen Reisebüros zusammen und impfen auch.»

Touristen kaufen Vitamine

Die zunehmende Präsenz von Uhren- und Schmuckläden in der Altstadt wird oft mit einer Verarmung des Branchenmix gleichgesetzt. Doch gibt es durchaus Detaillisten, die dank ebendieser Uhrenfirmen gute Geschäfte machen. Dies bestätigt auch Marianne Dublanc, Apothekerin und Geschäftsführerin der Falken-Apotheke am Falkenplatz. «Es wird oft vergessen, das Touristen für uns genauso wichtig sind wie für die Uhrenbranche.» Das scheint naheliegend – zumal auch Touristen mal Kopfwehtabletten oder Durchfallmittel brauchen. Die ausländische Kundschaft stehe speziell auf Schweizer Medikamente, Vitamine und Kosmetik, sagt Marianne Dublanc. «Die Schweiz und Schweizer Produkte geniessen einen sehr guten Ruf im Ausland.» Die Apotheke am Falkenplatz ist eingemietet, die Liegenschaft befindet sich in Privatbesitz. Angst, dass plötzlich die Mieten explodieren, hat Dublanc nicht: «Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, den Vermietern kann ich nur ein Kränzchen winden.»

Bekannt für das breite Sortiment an eigenen Naturheilmitteln ist die Hertenstein-Drogerie an der Hertensteinstrasse. Seit über 40 Jahren werden hier Kräuter, Spagyrik und Frischpflanzentinkturen angeboten. Geschäftsführerin ist die eidgenössisch diplomierte Drogistin HF Chantal Keller. Aus der Homepage ist zu entnehmen, dass Keller Mitte der 70er-Jahre bereits selber Salben mixte. Eine viel gefragte Spezialität der Hertenstein-Drogerie ist zudem der Kerzenkeller mit handgefertigten Taufkerzen.

Die City-Apotheke in der Rössligasse liegt gegenüber Coop City – der Grossverteiler ist denn auch ein direkter Konkurrent in Sachen Beautyprodukte und Babyfood. So hat sich die Apotheke eben den Gegebenheiten angepasst: Babyfood wurde aus dem Sortiment gestrichen, und bei der Kosmetik wird auf Dermokosmetik gesetzt, deren Verkauf Apotheken vorbehalten ist. Diese Liegenschaft gehört ebenfalls Privatpersonen, genauso wie die Liegenschaft an der Grendelstrasse 2. Hier, inmitten der Uhrenmeile, ist die Rigi-Apotheke eingemietet, die ebenfalls stark von Touristen frequentiert wird.

Es braucht Goodwill der Besitzer

Dass sich die meisten Apotheken auf Privatliegenschaften befinden, ist wohl kein Zufall. Privatpersonen sind eher bereit, die Mietzinse moderat zu halten, um das Überleben eines kleinen Geschäfts zu ermöglichen, als grosse Immobilienfirmen. Diese schmerzliche Erfahrung musste jüngst die Naturdrogerie Luna machen, welche nach 20 Jahren an der Rössligasse ausziehen musste. Die Besitzerin, eine Immobilienfirma, will die Liegenschaft an den Meistbietenden vermieten. Damit konnte die Naturdrogerie nicht mithalten. Das Geschäft befindet sich seit Frühling am Pilatusplatz.

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