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LUZERN: Attestlehre ist im Kanton Luzern gefragt

Im Kanton Luzern entscheiden sich immer mehr Jugendliche für eine Lehre mit eidgenössischem Berufsattest. Für diese zweijährige Ausbildung eignen sich jedoch nicht alle Berufe.
Bild: Pius Amrein / LZ

Bild: Pius Amrein / LZ

Niels Jost
niels.jost@luzernerzeitung.ch

Sie sind Milchpraktiker, Agrarpraktiker oder Schreinerpraktiker. So unterschiedlich diese Berufe sind, eines haben sie gemeinsam: Nach zwei Jahren in der Lehre winkt das eidgenössische Berufsattest (EBA). Dass viele Ausbildungen, die mit einem EBA abgeschlossen werden können, mit der Bezeichnung -praktiker enden, überrascht nicht. Denn genau das wird gefördert: die praktischen Fähigkeiten der Lehrlinge.

Eingeführt wurde das EBA im Jahr 2005 und löste die Anlehre ab. Das Attest ist bei Jugendlichen immer beliebter, wie die neuesten Zahlen von Lustat Statistik Luzern zeigen. So haben im Schuljahr 2016/17 474 Jugendliche eine EBA-Lehre begonnen. Das sind 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Damals, im Schuljahr 2015/16, wurde sogar eine Zunahme von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr festgestellt – obwohl wegen der demografischen Entwicklung immer weniger Schüler die Sekundarstufe abschliessen.

Anforderungen steigen – EBA-Lehre schafft Abhilfe

Was ist das Erfolgsrezept der zweijährigen Lehre? «Die Anforderungen an die Lehrlinge steigen laufend. Eine EBA-Ausbildung ist deshalb eine gute Startmöglichkeit ins Berufsleben, gerade für Jugendliche, die in der Schule Mühe hatten», sagt Victor Jans, stellvertretender Abteilungsleiter Betriebliche Bildung bei der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung. «Während der zweijährigen Lehre können die Jugendlichen reifen. Weil die praktischen und nicht die schulischen Fähigkeiten im Fokus stehen, haben viele dann ihre ersten Erfolgserlebnisse.» Von Vorteil sei auch, dass die Jugendlichen nach ihrem Abschluss noch eine Ausbildung mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) anhängen können. Da sie zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Jahre Berufslehre hinter sich haben, können sie in den meisten Fällen gleich im zweiten Lehrjahr des EFZ-Berufs einsteigen. Im Kanton Luzern gibt es rund 45 Berufe, die eine EBA-Lehre anbieten.
Dass sich die zweijährige Lehre in gewissen Berufen bewährt hat, davon ist man auch beim Luzerner Gewerbeverband überzeugt. Direktor Gaudenz Zemp sagt auf Anfrage: «Die EBA-Lehre ist ein sehr gutes, niederschwelliges Angebot, das zum Beispiel in der Schreiner- oder Maurerbranche sehr willkommen ist.» Da bei diesen Berufen handwerkliches Geschick besonders gefragt ist, können sich die Jugendlichen dort profilieren. Noch nicht richtig Tritt gefasst hat die EBA-Ausbildung etwa bei Berufen in der Isolierbranche, bei den Gold- und Silberschmieden oder bei den Gärtnern, sagt der FDP-Kantonsrat weiter. Bei Letzteren sei das EBA-Anforderungsprofil noch zu wenig bekannt. Oftmals werde ein EFZ-Lehrvertrag abgeschlossen, wenn dann aber die Leistung ungenügend sei, folge eine Abstufung ins EBA – dies wirke sich sehr demotivierend auf die Lehrlinge aus.

Trotz zunehmender Beliebtheit des EBA macht der Grossteil der Luzerner Lehrlinge nach wie vor eine drei- oder vierjährige EFZ-Lehre. Im Schuljahr 2016/17 haben 4061 Jugendliche eine solche Lehre angetreten, also rund 90 Prozent aller Lehrlinge.

Berufsmatura: 23 Prozent mehr Schüler

Im Aufwind ist seit Jahren auch die Berufsmatura (BM). 2016/17 haben 518 Schüler die einjährige Vollzeit-BM oder die zweijährige berufsbegleitende BM begonnen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von satten 23 Prozent. Das freut Victor Jans von der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung. Er führt dies darauf zurück, dass Botschafter der Berufsbildung seit vier Jahren vermehrt auch in der 5. und 6. Primarstufe Werbung für die BM und die späteren beruflichen Möglichkeiten machen. Doch fehlen mit den vielen BM-Absolventen nicht die Handwerker auf dem Arbeitsmarkt? Jans verneint. «BM-Absolventen gehen dank ihrer Berufserfahrung und ihrer Allgemeinbildung anders an ein Problem heran. Als Fachpersonen bereichern sie dadurch ein Unternehmen.» Man sei deshalb bestrebt, das hohe Niveau der BM-Absolventen künftig zu halten.

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