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LUZERN: Auf diesem Boot hatten sieben Personen Glück im Unglück

Ein Motorboot brannte auf dem Vierwaldstättersee völlig aus. Die schwarze Rauchsäule zog Helfer an – und viele Gaffer.
Totalschaden: das Wrack des Motorbootes. (Bild: PD)

Totalschaden: das Wrack des Motorbootes. (Bild: PD)

Am Sonntagnachmittag geriet bei Kastanienbaum ein Boot in Brand (Ausgabe von gestern). Der Sachschaden beträgt laut Polizei rund 5000 Franken. Beim völlig zerstörten Schiff handelt es sich um ein älteres, eher kleines offenes Sport-Motorboot, das mit Benzin angetrieben wurde, wie die Luzerner Polizei auf Anfrage sagt.

Brände kommen selten vor

Ein Bootsbauer erklärt, wie ein solcher Brand entstehen kann: «Wenn der Motor nicht entlüftet wird, können Dämpfe entstehen. Und die können sich durch einen Funkenschlag leicht entzünden.» Zum Funkenschlag kann es durch das Betätigen eines Schalters kommen. In solch einem Fall spreche man von einer Verpuffung. Das komme jedoch eher selten vor. Eine solche Gefahr bestehe höchstens bei älteren Motorbooten, denn die neueren Modelle, so der Schiffskenner, hätten einen Einspritzmotor.

Laut der Versicherung AXA Winterthur werden pro Jahr durchschnittlich 900 Schadensfälle mit Booten gemeldet. Bei 15 bis 30 davon war die Ursache ein Brand.

Zum aktuellen Fall sagt Kurt Graf, Kommunikationschef Luzerner Polizei: «Im Vordergrund steht eine technische Ursache. Doch die Ermittlungen laufen noch.»

Rettung durch Sprung ins Wasser

Bei schönstem Sonnenschein und milden Temperaturen treibt es viele auf den See. So auch am letzten Sonntag. Wegen der grossen Rauchentwicklung, die weitum sichtbar war, wurden viele auf den Bootsunfall aufmerksam.

Die Luzerner Polizei schätzt die Anzahl zwischen 30 und 40 Boote in unmittelbarer Nähe des Unfallortes. Graf: «Die Polizei musste darauf achten, dass die anderen Boote nicht zu nahe heranfuhren.» Auf dem Unfallboot waren sieben erwachsene Personen. Nach dem Knall sind sie ins Wasser gesprungen und wurden von zwei Privatbooten vorerst aufgenommen. Zwei Personen wurden leicht verletzt. «Sie hatten Brandwunden, die ambulant behandelt werden konnten», so Graf. Laut Theo Honermann, Kommandant der Feuerwehr der Stadt Luzern, war die Feuerwehr mit ihren Einsatzfahrzeugen und den zwei Einsatzbooten innert weniger Minuten am Haslihorn, dem Unfallort. «Als der Brandalarm einging, waren wir bereits in der Nähe. Wir waren an einer Übung im Segelboothafen Tribschen und konnten sofort unsere Einsatzboote starten.» Im Einsatz standen laut Honermann insgesamt 30 Personen. «Über private Grundstücke konnten sie zum Seeufer gelangen und die Situation einschätzen. Gelöscht wurde von den beiden Einsatzbooten aus.» Das ausgebrannte Boot wurde ans Ufer gezogen und am Abend zur Wasserpolizei abgeschleppt.

Fünfter Einsatz dieses Jahr

Durch den Brand gelangten Schadstoffe in den See. Deshalb musste die Feuerwehr eine Ölsperre errichten. Dazu wurde eine 250 Meter lange Seesperre angeschleppt. Honermann: «Diese wurde um das Wrack gelegt. Dann verteilten wir rund um das Boot Ölbindemittel, um die Schadstoffe zu neutralisieren. Die gebundene Masse konnte dann problemlos abgeschöpft werden.» Die Ölsperre blieb bis gestern Mittag bestehen. Honermann: «Wir kontrollierten nochmals und konnten dann die Ölsperre wieder einziehen.» Laut dem Feuerwehrkommandanten war dies im laufenden Jahr der fünfte Einsatz auf dem Vierwaldstättersee.

Vor vier Jahren kam es im Motorboothafen Alpenquai ebenfalls zu einer Explosion auf einem Boot. Damals war die Ursache eine defekte Benzinzufuhr. Bei diesem Unfall wurden insgesamt neun Boote beschädigt, fünf davon wurden von den Flammen völlig zerstört. Verletzt wurde damals niemand.

Sandra Monika Ziegler

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