LUZERN: Auf diesem Rasen gab schon der Papst ein Gastspiel

Wandel ist die einzige Konstante – zu kaum einem Ort passt dieser Satz besser als zur Allmend. Ein neuer Film nimmt die Zuschauer mit auf eine Zeitreise.

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Die Luzerner Allmend mit dem neuen Stadion heute. (Bild: Thomas Erni)

Die Luzerner Allmend mit dem neuen Stadion heute. (Bild: Thomas Erni)

Die Luzerner Allmend mit dem neuen Stadion heute. (Bild: Thomas Erni)

Die Luzerner Allmend mit dem neuen Stadion heute. (Bild: Thomas Erni)

Zwei Minuten. So lange dauert die S-Bahn-Fahrt vom Luzerner Bahnhof zu einem der modernsten Quartiere der Stadt. Wer aus der Unterführung des neuen Bahnhofs Messe/Allmend tritt, steht gleich mittendrin. Der Messeplatz mit den neuen Hallen, die beiden Wohntürme, das Sportgebäude – und natürlich das Herzstück der Allmend: die Swissporarena, das vielleicht schönste Fussballstadion des Landes. All das entstand nicht vor 20, nicht vor 10 – sondern in den letzten 6 Jahren.

Als Flugplatz genutzt

Über dieses eindrückliche Beispiel der städtebaulichen Entwicklung hat der Luzerner Filmer Jörg Huwyler im Auftrag der Stadt eine Dokumentation gedreht. Im Film «Raum für Neues – die Entwicklung der Luzerner Allmend» kommen viele beteiligte Personen zu Wort, welche die Projekte und Bauten der letzten Jahre massgebend geprägt haben. Aber nicht nur das: Huwylers Film erzählt auch zahlreiche historische Geschichten. Diese reichen zurück bis ins frühe 20. Jahrhundert. So erfahren die Zuschauer, welche Rolle die Armee auf der Allmend spielte, warum die weite Fläche als Flugplatz genutzt wurde – und weshalb sich das Liftunternehmen Schindler um ein Haar nicht in Ebikon, sondern auf der Allmend niedergelassen hätte.

Schon seit vielen Jahrzehnten finden auf der Allmend zudem Grossveranstaltungen unterschiedlichster Art statt. Als 1954 die «Bauern-Landi» – die Schweizerische Ausstellung für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau – in Luzern über die Bühne ging, strömten über eine halbe Million Menschen auf die Allmend. Ausstellungspavillons, Parkanlagen, Schwanenteich, Vergnügungspark – ja und sogar eine Sesselbahn liessen die Veranstalter für diesen aussergewöhnlichen Anlass über das Festgelände fahren.

Ein anderes Grossereignis fand 1984 statt: Papst Johannes Paul II. besuchte Luzern. Obwohl eigentlich 120 000 Besucher erwartet worden waren, pilgerten am Ende «nur» 40 000 Menschen an den päpstlichen Gottesdienst.

Freud und Leid des FCL

Beliebt war und ist die Allmend auch bei vielen Sportlern: Leichtathleten, Schützen, Boccianer, Schwimmer, Tennisspieler und viele andere Breitensportler nutzen die modernen Infrastrukturen der Allmend. Das sportliche Aushängeschild des Quartiers ist aber zweifellos der FC Luzern. Seit 1934 bestreitet der FCL seine Heimspiele auf der Allmend. Zu Beginn nur eine kleine Holztribüne, wurde das Stadion im Verlaufe der Jahre immer weiter ausgebaut.

Insbesondere in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren galt die Allmend unter gegnerischen Teams als «uneinnehmbare Festung». Und in dieser Zeit feierte der Verein auch seinen grössten Erfolg. 1989 holte der FCL seinen ersten und bislang einzigen Meistertitel. Lange ists her – doch der FCL ist und bleibt eine feste Institution dieser Stadt. Obwohl der Club von einem solchen Erfolg derzeit weit entfernt ist, besuchen regelmässig über 10 000 Fans die Heimspiele in der neu erbauten Swiss­porarena. Meistertitel hin oder her: Sicher ist, dass auf der Luzerner Allmend auch in Zukunft viele wunderbare Geschichten geschrieben werden.

Hinweis

Der Dokumentarfilm «Raum für Neues – die Entwicklung der Luzerner Allmend» ist auf DVD erhältlich und kostet 20 Franken. Er kann am Empfang des Stadthauses, Hirschengraben 17, sowie im Öko-Forum, Löwenplatz, gekauft werden.

Weitere Beiträge zur Serie Früher – Heute

Alle bisher erschienenen Artikel zur Serie lesen Sie auf www.luzernerzeitung.ch/serien

Die Luzerner Allmend mit dem neuen Stadion heute. (Bild: Stadtarchiv Luzern)

Die Luzerner Allmend mit dem neuen Stadion heute. (Bild: Stadtarchiv Luzern)