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LUZERN: Auf Safari beim Baldeggersee

Im Seetal liegt ein Stück Natur, das spannende Geheimnisse hütet. Bewahrt werden sie von Niklaus Troxler, der sein Berufsleben ganz dem Naturschutz widmet.
Lena Berger
Reservatspfleger Niklaus Troxler weiss, wo die versteckten Bewohner im Naturschutzgebiet Ronfeld zu finden sind. (Bild: Nadia Schärli)

Reservatspfleger Niklaus Troxler weiss, wo die versteckten Bewohner im Naturschutzgebiet Ronfeld zu finden sind. (Bild: Nadia Schärli)

Lena Berger

Wer mit offenen Augen durch das Naturschutzgebiet Ronfeld in der Nähe des Baldeggersees schreitet, begibt sich auf interessante Entdeckungsreise. Denn die mystische Schilflandschaft ist das zu Hause von seltenen Tieren und Pflanzen, die man sonst kaum irgendwo auf solch kleinem Raum zu sehen bekommt.

Niklaus Troxler ist der Leiter der Schutzgebietspflege bei Pro Natura Luzern. Ihn begleiten zu dürfen, hat Seltenheitswert, denn für Besucher ist das Naturschutzgebiet sonst nicht zugänglich. Sicheren Fusses schreitet er voran. Seine Schritte verursachen in dem Sumpfgebiet leicht schmatzende Geräusche. Er weiss ganz genau, wie er sich fortbewegen muss, um die versteckten Bewohner möglichst nicht zu stören. Zu sehen sind die meisten nicht, aber manche sind gut zu hören. Das Quaken der Wasserfrösche erfüllt die warme Morgenluft. «Ich könnte wohl nicht schlafen, wenn ich hier übernachten würde», schmunzelt Troxler.

Eisvogel (Bild: Niklaus Troxler)
Sumpfheidelibelle (Bild: Niklaus Troxler)
Winterlibelle (Bild: Niklaus Troxler)
Bruchwasserläufer (Bild: Niklaus Troxler)
Zwei Störche finden in ihrem Nest ein Zuhause. (Bild: Niklaus Troxler)
Die Sibirische Schwertlilie (Bild: Niklaus Troxler)
Bachnelkenwurz (Bild: Niklaus Troxler)
Ein Stelzenläufer am Wasser (Bild: Niklaus Troxler)
Störche in ihrem Nest (Bild: Niklaus Troxler)
Blick ins Naturschutzgebiet Ronfeld in der Nähe des Baldeggersees. (Bild: Niklaus Troxler)
Reservatspfleger Niklaus Troxler weiss, wo die versteckten Bewohner im Naturschutzgebiet Ronfeld zu finden sind. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Niklaus Troxler mäht das Schilf. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
12 Bilder

Naturschutzgebiet Ronfeld beim Baldeggersee

Manchmal fahren Bagger auf

Das geübte Auge sieht, was für andere verborgen bleibt. Wenn Niklaus Troxler den Blick über das Gebiet hinter der Beobachtungshütte schweifen lässt, sieht er keine Wiese, er sieht dutzende Arten von Blumen, die sich ihren Lebensraum Stück für Stück zurückerobern. Über fast jede hat der 62-Jährige etwas zu erzählen. «Vor 11 Jahren war das noch eine normale Löwenzahnwiese. Jetzt kommen seltene Pflanzen wie zum Beispiel die Sibirische Schwertlilie wieder zurück», schwärmt Troxler. Trotz seiner bescheidenen Art, schwingt in seiner Stimme ein gewisser Stolz mit. Tatsächlich könnte man hier einen Strauss zusammenpflücken, den es in keinem Blumenladen zu kaufen gibt. Erlaubt ist das natürlich nicht. Vom Naturschutzgebiet ist für Besucher nur die Beobachtungshütte regelmässig zugänglich. Der Sichtschutz erlaubt es, hier seltene Vögel wie Beutelmeisen oder Seidenreiher zu beobachten, ohne selbst erspäht zu werden.

Ins Gebiet selbst darf nur Reservatspfleger Niklaus Troxler, teilweise begleitet von Zivildienstlern, die ihm zur Hand gehen. Einen grossen Teil seiner Arbeits- und Freizeit verbringt Troxler hier draussen. Es gibt immer etwas zu tun. Ein Naturschutzgebiet zu betreuen heisst nicht, die Natur einfach schalten und walten zu lassen. «Das ist ein grosses Missverständnis», sagt Troxler. Denn: «Für die Pflege ist entscheidend, was genau man schützen und fördern möchte.» Sollen sich Wildbienen ansiedeln können, oder sollen Vögel hier rasten? Möchte man einen Erlenbruchwald oder eine Riedwiese? «Jedes Tier und jede Pflanze hat besondere Ansprüche, die bei der Planung der Pflege berücksichtigt werden müssen.» Und manchmal bestehen da auch gewisse Interessenskonflikte. Ursprünglich war das Gebiet Ronfeld ein grosser Sumpf, der dann entwässert wurde. Um gewisse Arten zurückzuholen, mussten also verschiedene Gewässer ausgebaggert werden «Das hat zu Beginn schon teilweise für Kopfschütteln gesorgt», räumt Troxler ein.

Eine Oase für Zugvögel

Das alles hat aber einen Sinn, und der Erfolg gibt Troxler recht. Kleinflächig, teils fast quadratmeterweise, plant er die Pflege des Naturschutzgebiets Ronfeld, um möglichst vielen einheimischen Tieren und Pflanzen eine Heimat zu bieten. Gerade für Vögel hat sich das knapp sieben Hektaren grosse Land zu einem wichtigen Rastplatz auf ihrer Reise in den Süden entwickelt. Und auch für die vom Aussterben bedrohten, zirka einen Meter langen Ringelnattern ist Niklaus Troxlers Arbeitsplatz zu einer Oase geworden.

Damit das gelingt, braucht es viel Fachwissen über die Bedürfnisse der einzelnen Arten. Dieses hat sich der Naturschützer mit Primarlehrerpatent über Jahre hinweg angeeignet. «Die Begeisterung für die Artenvielfalt ist bei mir schon im Biologieunterricht an der Kantonsschule geweckt worden», erzählt Niklaus Troxler. Schon als Jugendlicher engagierte er sich beim Jugendnaturschutz von Pro Natura Luzern. Nach einigen Jahren Mitarbeit bei der Vogelwarte Sempach und dem Lehrerseminar hat sich Troxler ab 1984 ganz der Naturschutzarbeit und der Reservatspflege gewidmet.«Es fasziniert mich einfach, draussen zu sein und zu beobachten, wie sich die Natur in ihrer Vielfalt und Schönheit entwickelt. Es gibt keinen anderen Job, den ich lieber machen würde.»

Ein Video und weitere Bilder finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bonus

Faszinierende und seltene Tiere, die mit etwas Glück im Ronfeld zu beobachten sind: der Stelzenläufer. (Bild: Niklaus Troxler)

Faszinierende und seltene Tiere, die mit etwas Glück im Ronfeld zu beobachten sind: der Stelzenläufer. (Bild: Niklaus Troxler)

Die Sumpfheidelibelle. (Bild: Niklaus Troxler)

Die Sumpfheidelibelle. (Bild: Niklaus Troxler)

Der Eisvogel. (Bild: Niklaus Troxler)

Der Eisvogel. (Bild: Niklaus Troxler)

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