Zubringerdienst gestattet – das neue Fahrverbot auf der Luzerner Bahnhofstrasse lässt viele Autofahrer kalt

Seit Freitag ist die Bahnhofstrasse für den Durchgangsverkehr gesperrt. Bäume, Sitzgelegenheiten und Brettspiele sollen die Strasse aufwerten.

René Meier
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Wer am Samstagmittag mit dem Auto von der Kreuzung Hirschengraben / Hirschmattstrasse über die Bahnhofstrasse fahren will, kann das nicht mehr. Grund: Seit Freitag ist ein Teil der Bahnhofstrasse für den motorisierten Verkehr gesperrt. Drei Schilder weisen Autos darauf hin:

Bilder: René Meier (Luzern, 27. Juni 2020)

Noch müssen sich viele Autofahrer an das Fahrverbot gewöhnen. Beim halbstündigen Augenschein unserer Zeitung am Samstagmittag fahren 14 Autos durch das Fahrverbot. Die Polizei ist teils präsent, sucht das Gespräch mit den Fehlbaren, verteilt aber keine Bussen. Wer das Fahrverbot missachtet, muss mit einer Busse von 100 Franken rechnen.

Auch sonst hat sich vieles geändert:

  • Auf dem Theaterplatz hat es Sitzgelegenheiten in Form von Bänken. Diese werden rege genutzt. Pflanzen und Sträucher in grünen Containern sollen den Platz aufwerten.
  • Die Autoparkplätze im betroffenen Abschnitt werden aufgehoben.
  • Die Velo- und Motorradparkplätze unter den Bäumen werden in die Strasse versetzt, damit auf dem Trottoir mehr Platz für Fussgänger entsteht.
  • Die Taxistandplätze auf dem Theaterplatz wurden in den Hirschengraben und in die Bahnhofstrasse verschoben.
  • Auf Höhe des Wasserturms laden Tische und Hocker, die in der Längsachse frei verschiebbar sind, zum Verweilen ein. Auf den Tischen stehen Brettspiele wie Mühle, Schach, Backgammon und Leiterlispiel bereit. Initiiert und in Freiwilligenarbeit umgesetzt hat die Idee das Kollektiv «5uf2», die Stadt Luzern hat die Materialkosten übernommen. «Die Holz-Plattform soll zwei Jahre stehenbleiben», sagt Janine Durrer von «5uf2».

Fahrt durch die autofreie Bahnhofstrasse:

Das ist die Verkehrsführung seit Freitag:

Das passiert noch

  • Geplant ist eine Velostation mit rund 1000 Abstellplätzen
  • Neue Begegnungszone mit einer zusätzlichen Baumreihe. 
  • Sanierung des Jesuitenplatzes im Herbst 2020. Die Arbeiten dauern ein paar Monate. 

Sieben Jahre nach dem Volksentscheid ist die Bahnhofstrasse also autofrei. Ziel des Stadtrates ist es, die Bahnhofstrasse bis 2023 auf ihrer ganzen Länge weitgehend autofrei zu machen

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