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LUZERN: Badi-Frust bei lauem Wetter

Bei durchzogener Witterung bleiben grössere Badis geschlossen. Das sorgt bei Stammgästen für Unverständnis.
Beatrice Vogel
Das Strandbad Lido in Luzern öffnet nur, wenn genügend Gäste zu erwarten sind. (Bild Manuela Jans)

Das Strandbad Lido in Luzern öffnet nur, wenn genügend Gäste zu erwarten sind. (Bild Manuela Jans)

Beatrice Vogel

Bei der grossen Hitze der letzten Wochen wurden die hiesigen Badis regelrecht überrannt. Doch nicht immer verläuft der Tag so entspannt, wie es sich die badelustigen Gäste vorstellen.

Beim Strandbad Lido, dessen Hauptaktionär die Stadt Luzern ist, stehen Stammgäste bei durchzogener Witterung öfters vor verschlossenen Türen, wie unsere Zeitung aus mehreren Quellen weiss. Geschäftsführer Marcel Wiesler kennt das Problem nur zu gut und versteht, dass dies vor allem für Gäste mit Saisonkarten frustrierend ist. Viel dagegen tun kann er allerdings nicht: «Wir haben sehr hohe Betriebskosten, da es ein grosses Bad ist. Um zu öffnen, müssen wir mindestens drei Badmeister dahaben, ausserdem das Personal an der Kasse, im Kiosk und im Restaurant», erklärt Wiesler.

Zuerst Mitarbeiter aufbieten

«Für die Reinigung und das Bereitmachen der Badi brauchen wir etwa zwei Stunden. Da können wir nicht kurzfristig öffnen, nur weil sechs Gäste Einlass wünschen.» Auch von den Mitarbeitern müssen je nach Wetter mehr oder weniger aufgeboten und rechtzeitig informiert werden.

Bei wechselhaftem Wetter müsse frühmorgens entschieden werden, ob um 9 Uhr oder erst um 11 oder 13 Uhr geöffnet wird. Da ist es möglich, dass das Wetter umschlägt und manche Gäste trotz schönstem Wetter anrennen.

Bei den hohen Betriebskosten sei es ein Verlustgeschäft, wenn das Bad bei durchzogener Witterung für nur wenige Besucher geöffnet sei, sagt Wiesler. So gebe es kaum eine Badi, die schwarze Zahlen schreibe. Höhere Eintrittspreise würden aber ebenfalls schlecht ankommen, so Wiesler. «Wir versuchen den Gästen zu erklären, dass wir nicht wie kleinere Badis den Betrieb nur mit einer Person führen können.»

Provisorische Kasse

Dennoch versucht Wiesler, neue Lösungen zu finden. Am 5. Juli, einem Spitzentag mit rund 5000 Gästen, habe man eine provisorische Kasse beim Lieferanteneingang eingerichtet, damit die Besucher nicht zu lange hätten anstehen müssen. Wiesler würde sich mehr Toleranz von den Gästen wünschen: «Viele Leute halten es für selbstverständlich, dass die Badi immer geöffnet hat und möglichst günstig ist. Was das für den Betrieb bedeutet, überlegen sie sich nicht.»

Kleine Badis sind flexibler

Die Probleme der grossen Freibäder kennt die kleine Rotsee-Badi nicht. Badmeister Patrick Widmer, der die Badi seit elf Jahren nebenberuflich betreibt, kann flexibel auf das Wetter reagieren. «Ich kann die Badi innerhalb von 15 Minuten öffnen und im Minimalbetrieb allein managen.» Dies auch dank der topografischen Gegebenheiten: Vom Kassenhaus kann der Badmeister die ganze Badi gut überblicken. Auch die Mitarbeiter sind flexibler. «Da bei uns nur der Koch hauptberuflich arbeitet, haben wir weniger wirtschaftlichen Druck», so Widmer. Der 5. Juli war übrigens auch am Rotsee ein Rekordtag: Rund 1000 Eintritte verzeichnete die Rotsee-Badi.

Grossandrang herrschte an diesem Tag auch in der Zimmeregg-Badi. Eine lange Menschenschlange habe auf Einlass gehofft, schreibt ein Leser unserer Zeitung. Doch nur wenn jemand herauskam, seien Leute eingelassen worden. Dies, obwohl im Bad genügend Platz vorhanden gewesen sei. Der Leser vermutet, dass dies so gehandhabt wurde, weil nur ein Badmeister zugegen war. Hat die Zimmeregg-Badi tatsächlich ein Gästekontingent?

Rekordtag mit 2300 Badegästen

«Nein», sagt Stefan Schlatter, Geschäftsführer der Bäder Zimmeregg und Tribschen, die der Stadt Luzern gehören. «Wir haben keine Limite für Badegäste.» Allerdings sei der 5. Juli tatsächlich ein Rekordtag gewesen. «Wir hatten 2300 Eintritte an diesem Tag.» Doch es seien keine Besucher abgewiesen worden. «Den Ansturm konnten die Mitarbeiter an der Kasse nicht bewältigen, deshalb gab es eine lange Schlange», so Schlatter. Stiesse die Zimmeregg-Badi kapazitätsmässig an ihre Grenzen, würde der Chef-Badmeister die Weisung geben, keine Leute mehr einzulassen. Schlatter: «Da geht es um die Sicherheit.» Ein solcher Fall sei heuer aber noch nie eingetreten.

Betreffend Badmeister wehrt sich Schlatter vehement gegen den Vorwurf unseres Lesers: «Es waren drei Badmeister anwesend. Da diese aber zirkulieren und nicht nur am Beckenrand sitzen, sind nicht immer alle sichtbar.» Ausserdem gebe es Alarmsäulen, welche Gäste betätigen können, wenn sie eine gefährliche Situation beobachten.

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