Luzern
Bahnhof-Guuggete: «Fasnacht, volls Rohr» – aber nur für die Augen

Der Luzerner Bahnhofshimmel hängt wieder voller Fasnachtssujets, doch wie letztes Jahr fehlt der Anlass dazu. Diesbezüglich kündigen die Organisatoren für 2023 schon jetzt einen Plan B an.

Roman Hodel
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Video: PilatusToday / Tele1

Über den Köpfen der Passantinnen und Passanten im Bahnhof Luzern baumeln seit Donnerstag 18 verschiedene Fasnachtssujets, gebastelt von 18 Guuggenmusigen. Die Musegg-Geischter Lozärn etwa haben den Fritschibrunnen nachgebaut. Bei den Sonnechöbler Äbike sitzt ein Fasnächtler auf dem stillen Örtchen, dazu der Hinweis: «Volles Rohr? Fasnacht ist verstopft!» Gleich mehrmals sind Kanonen zu sehen: Die Nachtheueler Horw zum Beispiel haben eine aufgebaut und die Latärndlihöckler Lozärn ebenfalls. Das kommt nicht von ungefähr: Das diesjährige Motto der Bahnhof-Guuggete lautet «Fasnacht, volls Rohr».

Der Fritschibrunnen der Musegg-Geischter.

Der Fritschibrunnen der Musegg-Geischter.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 13. Januar 2022)

Allerdings, so wirklich volles Rohr wird die Bahnhof-Guuggete auch dieses Jahr nicht über die Bühne gehen können. Der eigentliche Anlass, der am kommenden Samstag stattgefunden hätte, musste wegen der Pandemie abgesagt werden. «Es ist jetzt halt ‹Fasnacht Vollgas für die Augen›», sagt Werner Rast, Präsident des Vereins Bahnhof-Guuggete, schmunzelnd und fügt an: «Als wir im Sommer und Herbst mit den Vorbereitungen starteten, war die Situation natürlich noch ganz anders, wir hatten fest mit der Durchführung gerechnet.» Die Enttäuschung sei nach wie vor riesig, doch die Auflagen für eine Bewilligung hätte man nicht erfüllen können.

Huch, ich sehe auch ohne Holdrio schon doppelt.

Huch, ich sehe auch ohne Holdrio schon doppelt.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 13. Januar 2022)

Umso mehr freut sich Rast, dass so viele Guuggenmusigen trotzdem «hochmotiviert» Sujets gebastelt haben:

«Mich dünkt, diese seien noch kreativer und bunter geworden als im Vorjahr, wo die Guuggete selber ebenfalls nicht stattfinden konnte.»

Man habe sogar mehr Anmeldungen für Sujets erhalten, als Plätze vorhanden seien. «Drei Guuggenmusigen mussten wir absagen», so Rast. Das sei bemerkenswert, denn es habe auch schon Jahre gegeben, in denen der Verein aktiv nach Musigen für Sujets suchen musste. Zwar erhalte der Verein immer wieder Anfragen von Musigen aus dem Ausland, die auch ein Sujet basteln würden, «doch wir wollen bewusst nur Luzerner Guuggenmusigen».

Kanonen wie diese der Latärndlihöckler sind ein beliebtes Sujet – kein Wunder, wenn das Motto «Fasnacht, volls Rohr» lautet.

Kanonen wie diese der Latärndlihöckler sind ein beliebtes Sujet – kein Wunder, wenn das Motto «Fasnacht, volls Rohr» lautet.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 13. Januar 2022)

10’000 Franken gehen an das Wolhuser Kinderhaus Weidmatt

Eines ist für Rast aber klar: 2022 ist das zweite und letzte Mal, dass die Bahnhof-Guuggete ohne die Guuggete stattfindet. «Falls 2023 immer noch Zertifikatspflicht mit 2G oder 3G gelten sollte, werden wir einen Plan B bereithaben.» Dem Vorstand schwebt ein Anlass draussen vor, irgendwo rund um den Bahnhof. Warum nicht schon dieses Jahr? «Dafür wäre die Zeit zu knapp gewesen – es braucht Vorbereitung und auch Sponsoren.» Apropos Sponsoren: Auch dieses Jahr sammelt der Verein Bahnhof-Guuggete wieder Geld für einen guten Zweck – 10’000 Franken werden an das Kinderhaus Weidmatt in Wolhusen gehen.

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